Stark steigende Zahl von Absagen

Finden Weihnachtsmärkte doch nicht statt? Jessener Schausteller richten Appell an Politik

13.11.2021, 11:36 • Aktualisiert: 13.11.2021, 11:42
Im Kreis Wittenberg werden immer mehr Weihnachtsmärkte aufgrund der stark steigenden Inzidenzen abgesagt.
Im Kreis Wittenberg werden immer mehr Weihnachtsmärkte aufgrund der stark steigenden Inzidenzen abgesagt. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Jessen/MZ - Einen emotionalen Appell richtet der Jessener Schausteller und Sprecher seiner hiesigen Kollegen Reno Sperlich an die Kommunalpolitiker und Organisatoren von Weihnachtsmärkten. Und zwar den, von einmal geplanten Märkten nicht abzurücken. „Wir haben bei vielen Festen in der Vergangenheit bewiesen, dass es funktioniert, auch unter Coronabedingungen“, sagt er. Damit schließt sich der Jessener, den die MZ telefonisch beim Aufbau in Dresden erreichte, inhaltlich einem Appell des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) an. Auch wenn Sperlich selbst dort nicht Mitglied ist.

Der DSB „verzeichnet mit größter Sorge eine täglich stark steigende Zahl von Absagen als Reaktion der meist kommunalen Veranstalter auf hohe Inzidenzwerte“, heißt es in einer Mail an die Presse. „Im Vertrauen auf die Zusagen der Politik haben die Schausteller – ausnahmslos Familienbetriebe – mit dem Aufbau ihrer Geschäfte begonnen, Investitionen getätigt, Waren eingekauft, Personal eingestellt, Standmieten gezahlt“, so der DSB und Reno Sperlich fast gleichlautend. Noch sei er nicht von Absagen betroffen, aber von etlichen habe er bereits erfahren. „Wissen die Politiker überhaupt, was sie den Menschen antun?“, fragt Sperlich. Der bekennt, dass Absagen von geplanten Märkten einige endgültig in den Ruin trieben.