Feuerwehr Grabo

Feuerwehr Grabo: Manni springt beim tag der offenen Tür

Grabo/MZ - Qualm und Flammen – nachfolgend ein Notruf, Sirenen, Blaulicht, Kameraden in voller Montur, Löschwagen, ja sogar Hubsteiger und Sprungpolster aus Jessen – alles ist vor Ort und bedeutet: Feueralarm! Einen solchen gab es in Grabo. Weil sich die Kameraden nicht allein auf hochmoderne Technik verlassen wollten, wurde sogar die Handdruckspritze aus Klossa herbeigeholt – Baujahr ...

Von gabi Zahn 25.09.2014, 08:13

Qualm und Flammen – nachfolgend ein Notruf, Sirenen, Blaulicht, Kameraden in voller Montur, Löschwagen, ja sogar Hubsteiger und Sprungpolster aus Jessen – alles ist vor Ort und bedeutet: Feueralarm! Einen solchen gab es in Grabo. Weil sich die Kameraden nicht allein auf hochmoderne Technik verlassen wollten, wurde sogar die Handdruckspritze aus Klossa herbeigeholt – Baujahr 1852.

Diese „Alarmierung“ ist keine echte, sondern wird anlässlich des Tages der offenen Tür der Graboer freiwilligen Feuerwehr inszeniert. Die Floriansjünger mit Norbert Heidemann an der Spitze bieten alles auf, was möglich ist, um den Einwohnern vor Augen zu führen, wie wichtig eine gut funktionierende Wehr ist. Die historische Handdruckspritze gehörte freilich eher zum unterhaltsamen Teil des Nachmittags. Ihr Einsatz bedingt vereinte Muskelkraft. Selbst die Jüngsten legen sich dabei richtig ins Zeug. Immerhin fasst der Tank 700 Liter Wasser. Da wird das Pumpen zum Fitnesstraining.

Die Jessener Kameraden unterstützen. „Unsere Zusammenarbeit klappt auch im Notfall oder bei Übungen sehr gut, zumal Jessen, Schweinitz und Grabo gemeinsam alarmiert werden“, berichtet Heidemann. Diesmal rücken Ronny Zass, Matthias Netzel und Kevin Gräbner mit dem Hubsteiger an, um in Grabo eine Rettung aus großer Höhe zu demonstrieren. Das Sprungpolster wird per Druckluft aufgepustet. Wenig später halten die Zuschauer kurzzeitig den Atem an: Manni „springt“ aus dem Korb des ausgefahrenen stählernen Armes aus 16 Metern Höhe – und landet sicher auf der weichen Fläche. „Manni“ ist ein Dummy und wird zu Übungszwecken verwendet. Viele Kinder und Erwachsene nutzen die Gelegenheit zum „Schnupperkurs im Feuerlöschen“: „Jeder soll das Gefühl dafür bekommen, wie er den Wasserstrahl am besten aufs Ziel richtet, welche Kraft und Konzentration das erfordert“, erklärt der stellvertretende Ortswehrleiter Torsten Winkelbauer. Plötzlich wird ein „Wohnzimmerbrand“ gemeldet – das Einsatzfahrzeug rückt mit kompletter sechsköpfiger Besatzung an, und die „Schaulustigen“ sehen mit eigenen Augen, welches Unheil ein brennender Weihnachtsbaum verursachen kann. Deshalb ist es auch wichtig zu wissen, wie ein Notruf richtig abgesetzt wird. Die fünf W-Fragen helfen dabei: Wo ist es passiert? Was ist passiert, Wie viele Verletzte? Welche Verletzungen? Warten auf Rückfragen! „Im Gefahrenfall heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Für einen schnellen Einsatz sind konkrete Angaben sehr hilfreich“, so Winkelbauer.

Alle zwei Jahre bitten Grabos Feuerwehrleute zum Tag der offenen Tür. Er ist gut besucht. „Ein solches Ereignis jährlich zu veranstalten, würde unsere Kräfte übersteigen. Die Stadt kann nicht extra bezuschussen. Immerhin gibt es mehr als 40 Wehren im Stadtgebiet mit etwa 960 Mitgliedern“, zeigt Norbert Heidemann auf und ergänzt: „Wir sind derzeit zwölf Aktive. Nachwuchs ist nicht wirklich in Sicht, aber die Truppenstärke ist über Jahre konstant geblieben. Mit Technik und Unterkunft sind wir gut ausgestattet. Eine Jugendwehr wieder ins Leben zu rufen macht keinen Sinn. Die Kinder sind in Jessen bei den Flori-Kids an der Grundschule gut aufgehoben.“