Millioneninvestition

Endlich schnelles Internet - Breitbandausbau in Jessen ist geschafft

Der Breitbandausbau im Stadtgebiet von Jessen ist erledigt. Was das für die Einwohner bedeutet und welcher Wunsch noch unerfüllt bleibt.

Von Frank Grommisch 24.11.2021, 09:27
Landrat Christian Tylsch (Mitte) beendet symbolisch im Beisein von Jessens Bürgermeister Michael Jahn und Roland Voigt  (links)  von der Telekom den Breitbandausbau im Stadtgebiet von Jessen.
Landrat Christian Tylsch (Mitte) beendet symbolisch im Beisein von Jessens Bürgermeister Michael Jahn und Roland Voigt (links) von der Telekom den Breitbandausbau im Stadtgebiet von Jessen. Foto: Frank Gromisch

Arnsdorf/MZ - Im Ortsteil Arnsdorf wurde am frühen Dienstagnachmittag Jessener Geschichte geschrieben. Das Ereignis ist zudem bedeutend für die Zukunft der Stadt. Denn in Arnsdorf wurde der Breitbandausbau für das Stadtgebiet Jessen symbolisch abgeschlossen. Die Technik funktioniert bereits, auch wenn Landrat Christian Tylsch (CDU) vor einem Verteilerkasten neben dem Dorfgemeinschaftshaus an einen Buzzer gebeten wurde. Etwa zwei Monate bereits, so berichtete der Arnsdorfer Dieter Räbiger, der das Geschehen interessiert verfolgte, stehe im Ort das schnelle Internet zur Verfügung.

Gleichzeitig im Netz

Nach Angaben der Telekom, in deren Regie die Arbeiten liefen, ist somit der Breitbandausbau für rund 3.800 Haushalte und Gewerbetreibende in Jessen, Arnsdorf, Gentha, Lüttchenseyda, Kleindröben, Mauken, Klöden, Rettig, Leipa, Mellnitz, Morxdorf, Mark Zwuschen, Naundorf bei Seyda, Mark Friedersdorf, Neuerstadt, Rehain, Ruhlsdorf, Schadewalde, Schützberg, Seyda, Dixförda und Zwuschen abgeschlossen. Kunden würden bereits mit bis zu 250 Megabit pro Sekunde surfen. Das neue Netz sei so leistungsstark, dass Arbeiten und Lernen zu Hause, Video-Konferenzen, Surfen und Streamen gleichzeitig möglich seien. In der Regel werden in Jessen Geschwindigkeiten bis zu 250 MBit/s an den Anschlüssen zur Verfügung stehen. Aufgrund der technischen Anforderungen wurde für einige Gebäude im Rahmen des Ausbaukonzeptes eine Sonderlösung vereinbart, wurde mitgeteilt. Hier ende das Glasfaserkabel nicht am Multifunktionsgehäuse (landläufig Verteilerschrank genannt), sondern da wurde das Glasfaserkabel bis in die Häuser gezogen.

Er freue sich sehr, sagte Christian Tylsch, dass nun vier von sechs Projekten zum Breitbandausbau im Landkreis fertiggestellt sind. Allein im Bereich Jessen beliefen sich die Investitionskosten auf 2,1 Millionen Euro. 1,9 Millionen Euro kamen von Bund und Land. Das zeige auch, was von der Gesellschaft für den Ausbau des schnellen Internets geleistet werde. Die Gesamtkosten im Landkreis sind mit 21,7 Millionen Euro veranschlagt, davon 10,5 Millionen Euro gefördert. Durch die Gesamtbaumaßnahme sollen sich für 22.000 Haushalte, 2.987 Gewerbebetriebe und 149 weitere Einrichtungen die technischen Möglichkeiten deutlich verbessern. Allerdings, das geschehe nicht automatisch, wurde hingewiesen. Die jeweiligen Kunden müssen sich an ihren Vertragspartner wenden und entsprechende Vereinbarungen zu treffen. „Wer schnelles Internet nutzen möchte, kann ab sofort online oder im Fachhandel buchen“, sagte Roland Voigt, Regionalmanager der Deutschen Telekom.

Christian Tylsch lässt sich erklären, was alles in dem Verteilerkasten neben dem Arnsdorfer Dorfgemeinschaftshaus steckt.
Christian Tylsch lässt sich erklären, was alles in dem Verteilerkasten neben dem Arnsdorfer Dorfgemeinschaftshaus steckt.
Foto: Grommisch

Geduld war gefragt

Jessens Bürgermeister Michael Jahn (SPD) bedankte sich bei den Beteiligten, stellte aber fest, „gut Ding will Weile haben“. Vom ersten Fördermittelbescheid im Jahre 2017 bis zum symbolischen Abschluss der Arbeiten sei viel Zeit vergangen. Da mussten interessierte Einwohner Geduld haben. Er verwies auf die Bedeutung des schnellen Internets für die Bildung und die Arbeit.

Das hob ebenfalls Christian Tylsch hervor, auch im Hinblick auf die dramatische Corona-Lage im Kreis. Da sei es besonders wichtig, überall schnelles Internet zur Verfügung zu haben, um von zu Hause aus arbeiten und auch lernen zu können. Allerdings werde es nicht geschafft, die „allerletzte Milchkanne“, sprich abgelegene Grundstücke, mit schnellem Internet zu versorgen, äußerte Tylsch. Jens Fromm, Geschäftsführer der Seydaland Vereinigten Agrarbetriebe, fühlte sich da angesprochen. Privat wie auch in der Firma sei sehr auf die Anschlüsse gewartet worden. Noch nicht alle Wünsche sind erfüllt. Deshalb sollte es schon weitere Bemühungen geben, um auch die „letzte Milchkanne“ ans Netz zu bekommen.