Brandschutz

Brandschutz : Ortswehr Mönchenhöfe aufgelöst

Jessen - Die Freiwillige Feuerwehr Mönchenhöfe wurde mit Wirkung zum 1. Juli aufgelöst. Das hat der Jessener Stadtrat am Dienstagabend in seiner Beratung im „Schützenhaus“ in Jessen beschlossen. Die Entscheidung ist mehrheitlich ...

Von Frank Grommisch 02.07.2020, 10:30

Die Freiwillige Feuerwehr Mönchenhöfe wurde mit Wirkung zum 1. Juli aufgelöst. Das hat der Jessener Stadtrat am Dienstagabend in seiner Beratung im „Schützenhaus“ in Jessen beschlossen. Die Entscheidung ist mehrheitlich gefallen.

Hoffnungen, die in der Beratung des Hauptausschusses aufkamen, dass diese Entscheidung im letzten Moment vielleicht doch noch abgewendet werden kann (die MZ berichtete), erfüllten sich nicht. Henry Sachse (SPD), Stadtrat aus Mönchenhöfe, räumte ein, dass er sich in dieser Beratung wohl zu emotional geäußert habe.

Ihm sei aber auch wichtig gewesen, dass die engagierte Arbeit der Feuerwehrleute im Ort gewürdigt und das Thema nicht einfach abgehakt wird. Angesichts der Entwicklung in Mönchenhöfe stelle sich doch die Frage, so Sachse, was überhaupt mit den kleinen Wehren geschehe. „Es wackeln noch mehrere“, sagte er und meinte damit, dass sie in ihrem Bestand bedroht sind.

Antrag ans Ministerium

Die Verwaltung wird nach der Entscheidung des Stadtrats beim Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt die Genehmigung zur Auflösung beantragen, so wie es zuvor auch schon bei anderen Ortswehren im Stadtgebiet geschehen ist. In den 44 Ortsteilen von Jessen bestehen noch 30 Feuerwehrgerätehäuser, 26 Ortswehren existieren, einige davon sind Zusammenschlüsse, etwa wie Leipa- Arnsdorf.

Stadtwehrleiter Hans-Peter Schaefer, dem der Rat Rederecht einräumte, hatte zuvor noch mal an die Entwicklung in Mönchenhöfe erinnert. Seit Jahren seien Gespräche zur Zukunft der Wehr geführt worden. Doch die Antworten auf die Frage „Wie geht es weiter?“ seien nicht zufriedenstellend ausgefallen.

Nach dem Ausscheiden des bisherigen Wehrleiters aus Altersgründen sei es nicht möglich gewesen, diese Stelle neu zu besetzen. Es fehlte eine qualifizierte Führungskraft. „In vielen Gesprächen mit den Kameraden in Mönchenhöfe über Jahre hinweg“, heißt es in der Beschlussvorlage, „konnten keine Kameraden gefunden werden, die diese Funktion des Wehrleiters bzw. Stellvertreters übernehmen konnten.

Es fehlte die notwendige Qualifizierung oder der Rückhalt in der Wehr bzw. beides.“ Eine Übernahme der Kameraden durch eine andere Wehr sei ebenfalls gescheitert, da die größeren Nachbarwehren selbst schon stark ausgelastet sind. In einer Versammlung am 14. Februar haben sich die Kameraden in Mönchenhöfe für eine Auflösung der Wehr entschieden.

Die Mitglieder seien aus der Wehr ausgetreten. Die Entscheidung der Stadtrats jetzt sei als rechtliche Absicherung erforderlich, so der Stadtwehrleiter. „Es gibt keine andere Möglichkeit“, auch wenn das eine unschöne Situation sei. Zwei Feuerwehrleute aus Mönchenhöfe arbeiten von nun an in der Ortswehr Kremitz mit.

Brandschutz gesichert

Durch die Auflösung der Wehr werden die Aufgaben der Stadt gemäß Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz des Landes nicht infrage gestellt, sondern durch die Wehren von Schweinitz und Holzdorf erfüllt, hieß es. Das Gerätehaus mitten in Mönchenhöfe bleibt Eigentum der Stadt Jessen.

Er könne diesem Beschluss nicht zustimmen, sagte Günter Gottwald (CDU/FDP-Fraktion). Er wisse aus eigenem Erleben, wie wichtig die Feuerwehr ist. Das Auflösen von Wehren sei keine Entwicklung in die richtige Richtung. Der Erhalt der Wehren müsse Chefsache sein. Da gehöre das Thema hin, meinte er. Stadtratsvorsitzender Gunter Danneberg (CDU/FDP-Fraktion) und Ordnungsamtsleiter Daniel Lehmann bedankten sich bei den Mönchenhöfer Feuerwehrleuten für ihre ehrenamtliche Arbeit in all den Jahren. (mz)