AfD im Schützenhaus

AfD im Schützenhaus: Viel Mono-, wenig Dialog

Jessen - Zu einem Bürgerdialog hatten die Mitglieder der AfD-Landtagsfraktion Andreas Mrosek und Matthias Lieschke am Dienstag ins Schützenhaus Jessen geladen. Gefolgt waren dem Aufruf 19 Zuhörer, wobei der überwiegende Teil Parteimitglieder waren. Vor einer Plakatwand mit der Aufschrift „Wir für unsere Heimat“ hob Mrosek von Beginn an darauf ab, dass es der AfD seiner Ansicht nach im Landtag schwer gemacht werde, sachlich Politik zu ...

Von Sven Gückel 29.06.2017, 09:06

Zu einem Bürgerdialog hatten die Mitglieder der AfD-Landtagsfraktion Andreas Mrosek und Matthias Lieschke am Dienstag ins Schützenhaus Jessen geladen. Gefolgt waren dem Aufruf 19 Zuhörer, wobei der überwiegende Teil Parteimitglieder waren. Vor einer Plakatwand mit der Aufschrift „Wir für unsere Heimat“ hob Mrosek von Beginn an darauf ab, dass es der AfD seiner Ansicht nach im Landtag schwer gemacht werde, sachlich Politik zu betreiben.

„Alle Anträge, die wir einbringen, werden schon aus Prinzip abgelehnt. Dabei erklären uns vor allem viele CDU-Abgeordnete außerhalb des Plenarsaales, dass wir die richtigen Argumente haben“, betonte der Dessauer, der bis 2012 selbst Mitglied der CDU war.

Worin die Forderungen der AfD lägen, beschrieb Mrosek unter anderm mit: Verbot von Kinderehen, Burkaverbot, keine Nebenjobs für Berufspolitiker, gerechtere Steuern. Zudem sehe er in Deutschland durch den Asylstrom eine Parallelwelt aufgebaut, während im Gegenzug die innere Sicherheit, speziell die Polizei, abgebaut werde.

Auch die Bundeswehr hält Mrosek in vollem Umfang für nicht einsatzbereit. Wo diese zum Einsatz kommt, das solle nach dem Willen der AfD ohnehin das Volk entscheiden. Mehrfach betonte er, dass die AfD die „direkte Demokratie“ fordere, sprich die Entscheidung von anstehenden Fragen mittels Volksabstimmung.

Bundeswehreinsätze, Verbleib in der EU, die Frage der Währung, die Wahl des Bundespräsidenten - alle Themen sollten, so Mrosek, separat an der Wahlurne behandelt werden. „Multi-Kulti ist gescheitert“, meinte er und forderte zugleich ein Einwanderungskonzept nach kanadischem Muster.

Auch deshalb, so der Direktkandidat für den Bundestag, gehöre seine Partei in das höchste Gremium der Republik.

Am Ende gab es doch noch ein paar Fragen aus dem Publikum. Sie bezogen sich unter anderem auf einen möglichen Antrag zur Diätensenkung sowie zum Standpunkt der AfD hinsichtlich einer Bürgerversicherung. Letzteres konnte Mrosek nicht klar beantworten, meinte aber, dass man zuerst Privilegien abbauen und das Rentensystem total reformieren müsse. (mz)