Vertrauenszeichen für Aufstriche

Vertrauenszeichen für Aufstriche: „Vegies“ entdecken Bräunrode

Bräunrode - V-Label vegan - für Menschen, die sich ohne tierische Produkte ernähren, ist dieses Zeichen ein Begriff. Die „Vegies“ wissen, dass das Lebensmittel, dessen Verpackung es trägt, garantiert nur pflanzliche Bestandteile enthält. Das „V“ steht für Vertrauen. Ein solches Label darf Steffi Tomljanowic in Bräunrode ab sofort an die Gläser mit ihren Produkten dranmachen. Das Recht dazu erhielt sie jetzt nach einer Prüfung durch einen Fachmann vom Vegetarierbund ...

Von Wladimir Kleschtschow

V-Label vegan - für Menschen, die sich ohne tierische Produkte ernähren, ist dieses Zeichen ein Begriff. Die „Vegies“ wissen, dass das Lebensmittel, dessen Verpackung es trägt, garantiert nur pflanzliche Bestandteile enthält. Das „V“ steht für Vertrauen. Ein solches Label darf Steffi Tomljanowic in Bräunrode ab sofort an die Gläser mit ihren Produkten dranmachen. Das Recht dazu erhielt sie jetzt nach einer Prüfung durch einen Fachmann vom Vegetarierbund Deutschland.

Die elf Brotaufstriche der Firma „Malzit“ werden auf der Basis von Getreide in Handarbeit hergestellt und haben einzigartigen Malzgeschmack. Neben Fruchtaufstrichen werden Brotaufstriche ohne Fruchtanteil hergestellt. Vor drei Jahren wurde den Produkten auch das Label „Typisch Harz“ verliehen. Informationen gibt es auf der Internet-Seite der Firma.

Produktion per Hand

Steffi Tomljanovic stellt Brot- und Fruchtaufstriche her. Die Grundlage dafür ist Malz, welches aus einer Brauerei kommt. Andere Bestandteile wachsen in und um Bräunrode: Äpfel, Holunder, Hagebutten. Manche Sorte enthält Chili oder Ingwer. Alles ist streng pflanzlich. Die Produktionsstätte der Firma „Malzit“ liegt auf einer Anhöhe. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick auf den Harz, auf den Brocken. Der Betrieb ist klein. Eigentlich ist das eine Küche, in der auf zwei Gasflammen in zwei Töpfen gekocht wird. Der Produktionsprozess läuft per Hand. Der Inhalt eines Topfes reicht, um 20 Gläser zu füllen.

Es duftet nach schwarzem Holunder. Ein entsprechender Aufstrich brodelt gerade in einem Topf. Elf verschiedene Aufstriche hat Steffi Tomljanovic im Angebot. Verkauft wird auf Wochenmärkten, so dass sie viel unterwegs ist. Bei drei Handelsketten sind Aufstriche gelistet - allerdings geht es um geringe Mengen. Doch wird die Nachfrage wohl positiv eingeschätzt, so dass eine Marktkette den Verkauf auf Niedersachsen ausdehnt. „Auch per Internet finden uns Interessenten“, so Steffi Tomljanovic. Dann geht die Lieferung per Post auf den Weg.

Zehnjähriges Bestehen im Dezember

Die geborene Thüringerin war durch die Heirat in den Harz gekommen. Ihr Mann, dessen Großvater vom Balkan stammte, betreibt eine Schlosserei. Bei ihm hatte die Bankkauffrau, die lange in der Kreisverwaltung Hettstedt tätig war, die Buchführung übernommen - zuerst nebenbei, dann hauptberuflich. Und wurde arbeitslos, als zwei Großaufträge an die Schlosserei nicht bezahlt wurden. Die heute 54-Jährige verlor nicht den Mut und gründete eine Ich-AG für die Herstellung von Aufstrichen. Vier Leute sind heute in der kleinen Manufaktur tätig. Sie könnten mehr produzieren. Doch obwohl die Firma im Dezember ihr zehnjähriges Bestehen begeht, ist sie noch zu wenig bekannt. Zwar gibt es vor Ort Abnehmer. Aber es sind nur wenige: Auf dem Lande wird eher Leberwurst statt Vegetarisches auf die Bemme geschmiert.

Der Blick von Steffi Tomljanowic geht deshalb in Richtung Großstädte. Dort gibt es mehr „Vegies“. Die Aufstriche schmecken, Stammkunden von außerhalb hat sie schon, hofft aber, dass mehr hinzukommen. Das Label könnte dabei helfen. (mz)