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Energiereiche Dörfer? Studierende aus Halle sprechen in Hettstedt und Umgebung über „Energien und Netze“

Studierende aus Halle sind in Hettstedt und Umgebung unterwegs, um mit Einheimischen über „Energien und Netze“ zu sprechen. In Hettstedt sind die Ergebnisse als Ausstellung ab 1. Juni, um 11 Uhr, in der Molmecker Straße 86 in Kurts Garage zu sehen.

Von Tina Edler 31.05.2024, 16:30
Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Burg Giebichenstein sind in Hettstedt und Umgebung aktiv. Sie führten Gespräche mit lokalen Akteuren zum Thema „Energien und Netze“.
Studierende der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Burg Giebichenstein sind in Hettstedt und Umgebung aktiv. Sie führten Gespräche mit lokalen Akteuren zum Thema „Energien und Netze“. (Foto: Tina Edler)

Hettstedt/MZ. - Erneut sind Studierende der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle und der Kunsthochschule Burg Giebichenstein zu Gast in Hettstedt, um im Rahmen ihrer „Spring School“ mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Dieses Mal dreht sich alles ums Thema „Energien und Netze“, verrät Tobias Hebel, Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter bei der Agentur für Aufbruch (AfA), ein neues Projekt der Werkleitz Gesellschaft gemeinsam mit dem Institut für Strukturwandel und Nachhaltigkeit der MLU.

„Die Agentur für Aufbruch versucht, sich mit den Ausprägungen und Phänomenen des Strukturwandels zu beschäftigen“, sagt Hebel.

Beobachtung von Transformationsprozessen

Das im ländlichen Raum zu untersuchen und zu thematisieren, sei naheliegend, erklärt Lilli Jennert, Mitarbeiterin der Werkleitz Gesellschaft. Immerhin gebe es im Vergleich zur Großstadt hier eine „visuelle Omnipräsenz der erneuerbaren Energie“, sagt sie. Mit vielen Solar- und Windparks habe man auf dem Land die Möglichkeit, die Transformationsprozesse zu beobachten, ergänzt Hebel.

Elf Interviewpartner haben die Studierenden der Fotografie und Humangeografie dafür befragt. Darunter einige Privatpersonen, eine Schülerin, aber auch jede Menge Firmen – wie beispielsweise KME, die Hettstedter Stadtwerke GmbH oder die Verkehrsgesellschaft Südharz mbH.

„Wir sind bei den Gesprächen sehr offen herangegangen und haben Persönliches, aber auch Firmenthemen besprochen“, sagt Fotografiestudentin Iona Dutz. In den Gesprächen mit den Unternehmen habe sich gezeigt, dass die Energiewende ein wichtiges Thema sei, nicht zuletzt, „weil die Firmen auch Auflagen haben, die CO2-Emission zu minimieren“, sagt Dutz.

Privater Bereich nicht unberührt von Erneuerbaren Energien

Aber auch im privaten Bereich sei der ländliche Raum nicht unberührt von „Energien und Netzen“, wie Student Jürgen Vietanh Höpfel im Gespräch mit Bürgern, die privat Solaranlagen nutzen, festgestellt hat. „Es ist aber viel Autarkie und Pragmatismus damit verbunden“, schätzt er ein.

Und Dutz ergänzt: „Man nimmt die Energie scheinbar als gegeben wahr.“ Aus ihrer Sicht sollte man daher den Fokus erneut auf das Thema legen. Das sieht auch Studentin Emma Schönfelder so. Nur weil sich Einzelne bereits damit auseinandersetzen, sollte man nicht aufhören und „sich mehr damit beschäftigen.“

Ebenso in den Großstädten, „die die größeren Energieverbraucher sind“, sagt Jennert. Und fügt an: „Man kann nicht erwarten, dass grüne Energie aus der Steckdose kommt und gleichzeitig die Leute auf dem Land die visuellen Veränderungen in Kauf nehmen müssen.“

Ausstellung der Ergebnisse

Deswegen werden die Ergebnisse der „Spring School“ – aus den Interviews sind Text- und Bildbeiträge entstanden – im Rahmen des diesjährigen Werkleitz-Festivals „Tank oder Teller“ in der Großen Ulrichstraße 13 in Halle als Ausstellung vom 2. Juni bis 14. Juni gezeigt werden (das Festival selbst endet bereits am 9. Juni).

In Hettstedt sind die Ergebnisse als Ausstellung ab 1. Juni, um 11 Uhr, in der Molmecker Straße 86 in Kurts Garage zu sehen. Dort werden die Werke bis 8. Juni bleiben und können nach Anmeldung in der Pension „Alter König“ besichtigt werden. Die Beiträge werden am Ende außerdem in einem Magazine zur „Spring School“ abgedruckt.