MZ testet Stadtführer-Angbot

MZ testet Stadtführer-Angbot: Mit App und Audioguide durch Hettstedt

Hettstedt - Ein Umzug in eine neue Stadt geht immer mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen einher. MZ-Mitarbeiter Maximilian Mühlens ist für sein Redaktionsvolontariat von Bonn nach Halle gezogen und entdeckt momentan das Mansfelder Land, da er derzeit in der MZ-Redaktion in Eisleben ...

27.08.2016, 16:00

Ein Umzug in eine neue Stadt geht immer mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen einher. MZ-Mitarbeiter Maximilian Mühlens ist für sein Redaktionsvolontariat von Bonn nach Halle gezogen und entdeckt momentan das Mansfelder Land, da er derzeit in der MZ-Redaktion in Eisleben arbeitet.

Da kommt der neue Audioguide der Stadt Hettstedt gerade rechtzeitig: Mit dessen Hilfe kann man die Stadt kennenlernen. Im Folgenden beschreibt der Bonner, wie seine Entdeckungstour durch Hettstedt mit dem neuen Audioguide ausgefallen ist.

Wo ist das Bürgerbüro?

Für jemanden wie mich, der nicht aus Hettstedt kommt, ist es gar nicht so einfach, das Bürgerbüro in der Kupferstadt zu finden. Relativ klein steht auf einem Glasschild am Rathaus, dass ich mich vor dem Bürgerbüro befinde. Dabei ist hier die erste Anlaufstelle, wenn man als Tourist die neue Audioguide-Tour der Kupferstadt unternehmen möchte.

Seit Kurzem bietet die Stadtverwaltung diesen besonderen und vor allem kostenlosen Service an. Vor einigen Tagen hatte die Verwaltung auf ihrer Facebook-Seite von dem neuen Service berichtet. Im Bürgerbüro werde ich aber enttäuscht. Von der Dame hinter dem Empfang erfahre ich, dass die speziellen Geräte noch nicht vorhanden sind.

„In der Tat ist es so, dass die Geräte noch nicht da sind“, erklärt Christin Saalbach, Sprecherin der Stadtverwaltung. Die App-Entwickler von Mundoido seien noch dabei, die Geräte zu bespielen und Aufsteller zu kreieren. „Mitte, spätestens Ende September können die ersten Touristen sich einen Audioguide ausleihen“, so Saalbach.

Dass die Geräte noch nicht geliefert sind, ist für mich nur halb so schlimm. Denn die App für das Smartphone und Tablet ist längst fertig und schon veröffentlicht. Heißt: Jeder, der ein Smartphone oder ein Tablet besitzt, kann die digitale Stadtführung durch die Kupferstadt schon unternehmen.

16 Stationen in der App

Mit Hilfe der App, einem kleinen Programm, das kostenlos heruntergeladen werden kann, kann man eine individuelle Führung durch Hettstedt machen. Ganz unabhängig von Stadtführern - diese Funktion übernimmt nun das eigene Smartphone.

Die App hält für den Nutzer insgesamt 16 Stationen bereit, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Darunter sind unter anderem das Humboldt-Schloss, der Bahnhof an der Kupferkammerhütte, die St. Gangolf-Kirche und die Alte Druckerei Heise zu finden. Bei dem schönen Wetter dieser Tage bietet sich eine solche kleine Tour durch die Kupferstadt bestens an.

Besuch im Humboldt-Schloss

Ich starte an dem geschichtsträchtigen Humboldt-Schloss, in dem sich auch das Mansfeld-Museum befindet. Ein wahnsinnig schöner Bau mit einer prachtvollen Parkanlage, einem großen Museum und einer Technik-Ausstellung. Über die „Hettstedt“-App auf meinem iPad entscheide ich mich für Station 3.

Danach kann ich zwischen dem Schloss, der Dampfmaschine, dem Mansfeld- oder dem Kunstmuseum auswählen. Meine Wahl fällt auf das Schloss, weil es einfach beeindruckend ist - dazu möchte ich mehr erfahren. Kaum habe ich per Fingerdruck auf den Eintrag geklickt, erklingt Vogelgezwitscher und eine angenehme Männerstimme fängt an zu erzählen. „Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Schloss im Besitz der Familie Humboldt“, erklärt die Männerstimme und beleuchtet den geschichtsträchtigen Bau.

Genau eine Minute und 37 Sekunden dauert der Beitrag und das ist ausreichend. „Juliane Israel von Mundoido hat mit vielen Hettstedtern gesprochen, unter anderem auch mit dem Ortschronisten Otto Spieler“, erzählt Saalbach. Aus den Interviews seien dann die kurzen Infotexte entstanden, die danach von einem professionellen Sprecher eingesprochen worden sind. Die Arbeiten an der App hätten rund zwei Monate gedauert.

Das Angebot ist nicht bekannt

„Was machen Sie da?“, werde ich von einem Herrn im Mansfeld-Museum gefragt, als er mich mit dem iPad durch das Museum laufen sieht und die fremde Stimme des Sprechers hört. Es ist Detlef Krämer, technischer Leiter des Museums, der mich fragt und interessiert auf das Tablet schaut. Ich erzähle ihm von dem Audioguide und führe ihm die Funktionsweise vor.

Von der App hat Krämer noch nichts gehört, er findet das Angebot aber „toll“. „Wo kann ich mir die App herunterladen?“, fragt er mich und hofft, dass möglichst viele Menschen von dem Angebot der Stadt Gebrauch machen.

Weitere Stationen meiner Tour sind das Saigertor, das Rathaus am Markt und die Gangolf-Kirche. An jeder Station erfahre ich Wissenswertes über die Sehenswürdigkeiten - und das Beste: Ich kann mich ganz frei bewegen und muss nicht einem Stadtführer auf Schritt und Tritt folgen. (mz)

Die kostenlose App ist verfügbar im App- oder Playstore unter „Hettstedt“.