Herrenlose Schafe auf der Halde

Herrenlose Schafe auf der Halde: Landkreis gibt die Tiere zum Abschuss frei

Großörner - Ein Jäger wurde beauftragt, die herrenlosen Tiere bei Großörner zu töten.

Von Anke Losack 14.02.2018, 13:06

Rätselraten um die drei herrenlose Schafe, die auf der Halde  des Freieslebenschachtes an der B 180 bei Großörner des Öfteren beobachtet wurden. „Diese drei Schafe sind nun Geschichte, da sie auf behördliche Anordnung erschossen wurden“, will Klaus Feick aus Greifenhagen erfahren haben.

Vom Landkreis Mansfeld-Südharz wird dies dementiert. Wie Sprecherin Michaela Heilek am Dienstag auf MZ-Anfrage erklärt, habe die untere Jagdbehörde die Abschussgenehmigung erteilt, aber diese sei vom zuständigen Jäger noch nicht umgesetzt worden. Die drei Schafe sind also nicht tot, sie stehen allerdings schon auf der Abschlussliste.

Drei Schafe von der Halde stehen auf der Abschussliste

Der Jäger dieses Reviers sei mit dem Abschuss der Tiere beauftragt, bestätigt Heilek. Dass dieser die Schafe auf der Halde noch nicht erschossen hat, erklärt sie damit, dass die Schusslinie und der Raum dahinter frei sein und Gefahren für Andere ausgeschlossen werden müssen. Die Halde liegt unmittelbar an der viel befahrenen B 180.

In Mitteldeutschland weiden immer weniger Schafe. Der Bestand sei in den vergangenen 20 Jahren um fast 200.000 auf insgesamt 246.500 Schafe im Jahr 2017 gesunken, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Zuchtverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin-Brandenburg. Allein in den vergangenen fünf Jahren schrumpfte die Zahl der Mutterschafe demnach um rund 42.900. Der Rückgang gehe zulasten des Naturschutzes und des Erhalts der Kulturlandschaft. (dpa)

Und die Bundesstraße ist wohl auch der Grund, warum sich die Jagdbehörde, das Ordnungsamt der Stadt Mansfeld und das Veterinäramt des Landkreises auf den Abschuss verständigt haben. Es besteht die Gefahr, dass die Schafe auf die Straße laufen und einen Unfall verursachen. Nach Angaben von Steffi Schwan, Sprecherin im Polizeirevier Mansfeld-Südharz, sind Beamte wegen der am Straßenrand fressenden Tiere schon des Öfteren an die Bundesstraße gerufen worden.

„Weil die Einsätze sich häuften, haben wir Kontakt zum zuständigen Ordnungsamt aufgenommen“, so Schwan.

Schafe spazieren seit gut acht Monaten auf der Halde herum

Seit etwa acht Monaten spazieren die Schafe auf der Halde herum, finden dort und drumherum Futter und Wasser. Den Haldenbesitzer, die Firma Wurzel HTS Baugesellschaft mbH Mansfeld, stören sie nicht, sagt Betriebsleiter Marc Feyenklassen gegenüber der MZ.

Wem die Tiere gehören, konnte nicht geklärt werden. Wie Mansfelds Bürgermeister Gustav Voigt (Freie Wählergemeinschaft) erklärt, habe das Ordnungsamt versucht, den Eigentümer ausfindig zu machen. Ohrmarken, die auf den Eigentümer hinweisen würden, besitzen die Tiere  allerdings nicht. Und selbst ein Herankommen oder gar Einfangen gestaltet sich schwierig, wie man beim Ordnungsamt feststellen musste.

Klaus Feick habe den Behörden schon vor längerer Zeit seine Hilfe angeboten, die Schafe zu fangen und bei sich unterzubringen, sagt er. Er sei abgeblitzt, habe dann aber aufgrund des Wintereinbruchs einen Versuch unternommen. „Ich habe einen Hänger hingestellt, wollte die Schafe mit Futter locken. Aber da war nichts zu machen“, meint er. Die Tiere seien scheu, habe auch er feststellen müssen.

Dass die drei Schafe zum Abschuss freigegeben sind, ärgert ihn. „Soweit hätte es nicht kommen müssen“, meint der Greifenhagener. (mz)