„Fridays for Future“

„Fridays for Future“: AfD kritisiert Schülerdemos in Mansfeld-Südharz

Eisleben/Hettstedt - Die Fridays-for-Future-Bewegung hat längst auch Mansfeld-Südharz erreicht. Für den kommenden Freitag ab 14 Uhr und damit einen Tag nach Ferienbeginn haben Schüler eine Müllsammelaktion sowie eine erneute Demonstration für eine andere Klimapolitik auf dem Eisleber Markt angekündigt. Bei Politikern im Kreis löst das unterschiedliche Reaktionen aus - sie reichen von Kritik bis ...

Von Fabian Wagener 30.06.2019, 22:18

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat längst auch Mansfeld-Südharz erreicht. Für den kommenden Freitag ab 14 Uhr und damit einen Tag nach Ferienbeginn haben Schüler eine Müllsammelaktion sowie eine erneute Demonstration für eine andere Klimapolitik auf dem Eisleber Markt angekündigt. Bei Politikern im Kreis löst das unterschiedliche Reaktionen aus - sie reichen von Kritik bis Zustimmung.

Farle (AfD): "Schüler indoktriniert"

Mit deutlicher Ablehnung reagiert die AfD. Der AfD-Kreisverbandsvorsitzende Robert Farle sagte, die Fridays-for-Future-Kampagne entbehre „jeden Sinns“. Sie sei seit vielen Jahren vorbereitet, die Schüler seien „indoktriniert“.

„Sie glauben, sie machen etwas Positives“, sagte Farle. Farle sprach von „Klimaschwindel“, der auf unbewiesenen Behauptungen beruhe, und gab damit bekannte AfD-Positionen zum Klimawandel wieder.

Gebhardt (Linke): "Anliegen der Schüler ist richtig"

Ganz anders dagegen der Hettstedter Landtagsabgeordnete und frischgebackene Landesvorsitzende der Linken Stefan Gebhardt. Es sei unverschämt, wenn Politik versuche, die Proteste zu diskreditieren, sagte er. „Das Anliegen der Schüler ist völlig richtig.“

Sie gingen für die Zukunft auf die Straße. „Es sollte allen klar sein, dass es in der Klimapolitik so nicht weitergehen kann“, ergänzte Gebhardt, der ankündigte, selbst zu der Demo nach Eisleben zu kommen.

Kohlekompromiss unverzichtbar?

Der Bundestagsabgeordneter und CDU-Kreisvorsitzende Torsten Schweiger sagte, dass es von den meisten Wissenschaftlern nicht bestritten werde, dass CO2 einen Anteil an der Erderwärmung habe.

„Die Schüler machen auf ein Problem aufmerksam“, sagte Schweiger. Es sei vernünftig, daran zu arbeiten, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, Deutschland müsse da einen Beitrag leisten.

„Ich glaube jedoch, dass der Zweck nicht alle Mittel heiligt“, so Schweiger, der für mehr Sachlichkeit in der Debatte plädierte. Schweiger stützte in diesem Zusammenhang den Kohlekompromiss, den Fridays-for-Future ablehnt.

Die Demonstranten wollen einen schnelleren Kohleausstieg. Man müsse immer auch die wirtschaftlichen Folgen von Maßnahmen im Auge behalten, sagte Schweiger. „Man darf mit den Forderungen nicht überziehen.“

Unterstützung für Demo

Uneingeschränkte Unterstützung für die Schülerdemonstrationen kommt erwartungsgemäß von den Grünen. „Wir finden es gut, dass es auch im Landkreis eine Fridays-for-future-Bewegung gibt“, sagte Grünen-Kreischef Norbert Jung.

Man unterstütze die Bewegung. Der SPD-Kreisvorsitzende Norbert Born lobte das Engagement der Schüler. Er habe den Eindruck, dass die Jugend wieder politisierter sei, sagte Born.

(mz)