Freiwillige Feuerwehr in Burgsdorf

Freiwillige Feuerwehr in Burgsdorf: Einsatzkräfte geben ihre Ausrüstung ab

Burgsdorf - Der Austritt der 22 Burgsdorfer Feuerwehrleute ist nun auch praktisch vollzogen. Wie Carsten Staub, zuständiger Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung Eisleben, der MZ sagte, hätten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr ihre persönliche Ausrüstung wie Uniform und Funkgeräte an die Stadt ...

Von Jörg Müller 07.11.2018, 18:00

Der Austritt der 22 Burgsdorfer Feuerwehrleute ist nun auch praktisch vollzogen. Wie Carsten Staub, zuständiger Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung Eisleben, der MZ sagte, hätten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr ihre persönliche Ausrüstung wie Uniform und Funkgeräte an die Stadt übergegeben.

Das Gerätehaus mit dem Fahrzeug in Burgsdorf werde gesichert und winterfest gemacht. Staub bekräftigte noch einmal, dass er die Entwicklung bedauere. „Ich finde es sehr schade, dass es so gekommen ist.“ Die Stadt habe im aktuellen Haushalt Mittel für den Sanitärtrakt und die Garage eingeplant.

Die komplette Burgsdorfer Einsatzabteilung hatte Mitte Oktober gegenüber der Lutherstadt Eisleben ihren Austritt erklärt. Anlass war der Stadtratsbeschluss zur Risikoanalyse und Ermittlung des Brandschutzbedarfs.

Feuerwehr muss rund um die Uhr einsatzbereit sein

Darin war unter anderem vorgesehen, dass die Burgsdorfer Feuerwehr als sogenannter unselbstständiger Standort der Feuerwehr Polleben weitergeführt werden soll.

Grund: Laut Brandschutzgesetz muss eine leistungsfähige Feuerwehr rund um die Uhr mindestens sechs Einsatzkräfte, darunter vier Atemschutzgeräteträger, zur Verfügung haben. In Burgsdorf sind in der Woche tagsüber aber nur drei Einsatzkräfte verfügbar.

Um den Feuerwehrstandort Burgsdorf trotzdem zu erhalten, war die Angliederung an Polleben vorgesehen. „Es wäre keine Fusion gewesen“, so Staub.

Brandschutz in Burgsdorf gewährleistet

Ungeachtet dessen hatten sich die Burgsdorfer vehement gegen die Pläne der Stadt gewehrt. „Uns geht es um die Eigenständigkeit von Burgsdorf“, betonte Ortsbürgermeister Dittmar Jung.

Trotz des Austritts der Feuerwehr ist der Brandschutz in Burgsdorf laut Fachbereichsleiter Staub abgesichert. Bei Alarm rücken Polleben und Volkstedt sowie Dederstedt aus. „Wir werden dazu eine Verwaltungsvereinbarung mit der Seegebietsgemeinde abschließen.“

Eine ähnliche Vereinbarung gebe es übrigens für die Seegebietsorte Holzzelle und Äbtischrode, wo die Feuerwehren Helfta und Eisleben zum Einsatz kommen. In Burgsdorf wird bei größeren Einsätzen auch die Eisleber Feuerwehr hinzugezogen.

Die Auflösung der Burgsdorfer Feuerwehr müsse beim Innenministerium des Landes beantragt werden, so Staub. Voraussichtlich im Dezember werde der Stadtrat dazu einen Beschluss fassen.

Eine Entscheidung des Ministeriums sei nicht vor Februar oder März zu erwarten. „Da die Burgsdorfer Feuerwehr keine Einsatzkraft mehr hat, haben wir keine andere Wahl, als die Auflösung zu beantragen“, so Staub.

So funktioniert die Feuerwehr Kooperation in Mansfeld-Südharz

Die Angliederung der Ortsfeuerwehr an einen anderen Standort wird derzeit auch in Bischofrode und Hedersleben praktiziert. In beiden Orten funktioniert dieses Modell.

„Wir kommen mit Helfta sehr gut klar. Da gibt es keine Probleme“, sagte der Bischofröder Ortsbürgermeister Karl-Heinz Goldhammer. Die Ortsfeuerwehr kümmere sich eigenständig um ihre Ausbildung und die Kinder- und Jugendabteilung.

Auch die Traditionen und das kulturelle Leben würden gepflegt. Das Feuerwehrgebäude habe zwar noch Mängel. „Das ist aber schon in der Planung“, so Goldhammer.

Auch in Hedersleben laufe die Zusammenarbeit mit der Eisleber Feuerwehr sehr gut, so Ortsbürgermeister Lars Jennert. In dem Ortsteil war vor einigen Jahren ebenfalls ein größerer Teil der Mitglieder ausgetreten. Mittlerweile habe sich die Feuerwehr aber wieder neu formiert und wirke auch bei Veranstaltungen im Dorf mit.

(mz)