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MZ lädt zum DiskussionsabendWolf in Sachsen-Anhalt: Mitteldeutsche Zeitung lädt zum Diskussionsabend

Halle (Saale)/Landsberg - Am Montag treffen im MZ-Medienhaus Kritiker der Wiederansiedlung des Wolfes auf deren Befürworter. Gesprächsstoff gibt es genug.

Von Detlef Färber 24.11.2016, 11:00

Das Comeback endete erstmal tragisch. Auf der Bundesstraße 100 bei Landsberg ist er überfahren worden, der erste Wolf, der den Saalekreis betreten hat. Zumindest der erste, der hier gesichtet worden ist, nachdem das Raubtier vor rund 150 Jahren aus unserer Gegend vertrieben - um nicht zu sagen hier ausgerottet worden ist.

Dass Isegrim nun wieder da ist, stößt freilich auf unterschiedliche Reaktionen und gemischte Gefühle in der Bevölkerung. „Willkommen zu Hause, lieber Wolf!“ so sieht es  die eine Seite, während andere eindringlich vor den Folgen warnen - oder  die Folgen bereits zu spüren bekommen haben. Genau diese Kontroverse ist ein Grund für die Mitteldeutsche Zeitung, eine Podiumsdiskussion zu veranstalten, die am kommenden Montag, 19 Uhr, im MZ-Medienhaus stattfindet.  Dabei kommen neben den Besuchern und ihren Fragen und Ansichten natürlich beide Seiten in Gestalt von Experten zu Wort.

Podiumsdiskussion: Sachsen-Anhalts „Wolfsbotschafterin“ zu Gast

So Diplom-Biologin Antje Weber, die mit ihrem „Büro für Wildforschung & Artenschutz“ in Gardelegen teils für die Landesregierung und teils ehrenamtlich für den Naturschutzbund (Nabu) in Sachsen-Anhalt als „Wolfsbotschafterin“ tätig ist. Für Antje Weber ist zunächst mal klar, dass der Wolf als „heimisches Tier“ hier „auch wieder ins Artenspektrum gehört“. Ihr professionelles Interesse gelte der Frage, „wie der Wolf hier wieder zurecht kommt, und ob und welche Konflikte sich im Zuge seiner Rückkehr entwickeln“.

Von solchen Konflikten wird bei der Podiumsdiskussion der Landwirt Thomas Prüfer aus Krosigk (Petersberg) berichten. Er ist unter anderem Vorsitzender des Schafausschusses im Landesbauernverband - und: Er sagt zunächst, dass er die Wiederansiedlung des Wolfs „für eine Erfolgsgeschichte halte“ - aber:  „Er sollte auf bestimmte, dünn besiedelte Gebiete begrenzt bleiben.“ Und wie?

Podiumsdiskussion zum Wolf: Landwirt hat Angst um seine Schafe

„Die Afrikaner machen uns ja vor, wie man so etwas löst“, indem man etwa Löwen auf die großen Nationalparks beschränkt - und sie außerhalb jagt. Um ein Jagdrecht für den Wolf in dichten Siedlungsgebieten werde man auch hier nicht herumkommen, meint der Landwirt. Schließlich habe es im laufenden Jahr im Lande bereits 20 bestätigte Übergriffe von Wölfen auf Schafe mit 60 toten Schafen gegeben.

Was auch für die betroffenen Schäfer jeweils eine Katastrophe sei. Folgeschäden wie etwa jene,  die entstehen könnten, wenn eine  Schafherde in Panik  gerate, seien ja auch nicht  versicherbar. Dagegen hält  Antje Weber die Begrenzung des Wolfs auf bestimmte Gebiete für nicht umsetzbar. Diskussionsstoff dürfte  es also reichlich geben, für Montagabend.

Angst vorm Wolf: Anmeldung zur Podiumsdiskussion

Für den Diskussionsabend am Montag um 19 Uhr im MZ-Medienhaus bitten wir wegen begrenzter Plätze um eine telefonische Voranmeldung der interessierten Leser. Die Podiumsdiskussion findet in der Konferenzzone im Erdgeschoss des Redaktionsgebäudes in der Delitzscher Straße 65 in Halle statt. Parkplätze stehen vor dem Haus ausreichend zur Verfügung. Die Straßenbahnlinie 7 hält direkt vor der Tür. (mz)

Anmeldung von 9 bis 16 Uhr unter 0345/5654500