Viele neue Fahrgäste

Viele neue Fahrgäste: Halle wird zur ICE-Drehscheibe

Der Wert klingt eindrucksvoll: Mit Inbetriebnahme der ICE-Schnelltrasse Berlin-München ist die Zahl der Fahrgäste, die in Halle aus- und einsteigen, um mehr als die Hälfte gestiegen. Im vorigen Jahr zählte die Deutsche Bahn durchschnittlich 3 200 Aus- und Einsteiger täglich, in diesem Jahr (bis zum 15. März) waren es 5 000 - ein Plus von 56 Prozent. Das teilte die Bahn auf Anfrage der MZ mit.Die Zahlen scheinen die positive 100-Tage-Bilanz der Trasse, die das Unternehmen in der vergangenen Woche gezogen hatte, zu bestätigen - mehr als doppelt so viele Fahrgäste auf der Gesamtstrecke, gut ausgelastete ...

Von Alexander Schierholz

Der Wert klingt eindrucksvoll: Mit Inbetriebnahme der ICE-Schnelltrasse Berlin-München ist die Zahl der Fahrgäste, die in Halle aus- und einsteigen, um mehr als die Hälfte gestiegen. Im vorigen Jahr zählte die Deutsche Bahn durchschnittlich 3 200 Aus- und Einsteiger täglich, in diesem Jahr (bis zum 15. März) waren es 5 000 - ein Plus von 56 Prozent. Das teilte die Bahn auf Anfrage der MZ mit.
Die Zahlen scheinen die positive 100-Tage-Bilanz der Trasse, die das Unternehmen in der vergangenen Woche gezogen hatte, zu bestätigen - mehr als doppelt so viele Fahrgäste auf der Gesamtstrecke, gut ausgelastete Züge.

Doch der Anstieg in Halle ist erklärungsbedürftig. So erfasst die Bahn auch Passagiere, die umsteigen, von ICE zu ICE, oder von Regionalzug zu ICE. Darunter sind auch solche, die schon vor dem Start der Schnelltrasse Bahnkunden waren - die bisher etwa in Naumburg in den ICE Richtung Berlin oder München gestiegen sind, nun aber in Halle oder Erfurt den Zug wechseln müssen, weil der ICE in Naumburg nicht mehr hält. In Erfurt fiel der Zuwachs bei aus-, ein und umsteigenden Passagieren mit 62 Prozent (von 5 800 auf 9 400) sogar noch etwas höher aus. Das liegt daran, dass sich in Thüringens Landeshauptstadt noch mehr ICE-Linien treffen als in Halle.

Bahn will zusätzliche Sprinter-Züge zwischen Berlin und München

Offen ist, ob sich die Entwicklung nach oben fortsetzt. Die Bahn hält sich mit Prognosen bedeckt. Intern heißt es aber, man sei zuversichtlich, der Trend werde anhalten: „Die Strecke boomt.“ Für mehr Nachfrage will das Unternehmen ab Dezember auch mit dem Einsatz von zwei zusätzlichen besonders schnellen Sprinter-Zügen zwischen Berlin und München sorgen. Sie sollen wie die drei bisherigen Sprinter auch in Halle halten.
Dort ist der Ansturm auf die Schnellfahrstrecke unterdessen noch nicht spürbar. „Der Zuwachs an Fahrgästen hat sich noch nicht signifikant in Übernachtungszahlen niedergeschlagen“, sagte Stefan Voß, Chef des Stadtmarketings, der MZ. Vorerst profitiere wohl der Bahnhof selbst am meisten - von Passagieren, die während der Umsteigezeit im der Bahnhofshalle einkaufen oder einen Kaffee trinken.  (mz)