Verkehrsplanung in Halle

Verkehrsplanung in Halle: Wird bis 2025 eine Brücke über die Peißnitz gebaut?

Halle (Saale) - Kommt der dritte Saaleübergang doch noch? Die Stadt prüft derzeit die Möglichkeit einer weiteren, innerstädtischen Brücke über den Fluss. Dabei sind vier unterschiedliche Varianten im Gespräch, wie aus einem Arbeitspapier des zuständigen Arbeitskreises Verkehrsplanung 2025 hervorgeht, dass der MZ ...

Von Jan-Ole Prasse 21.04.2015, 19:53

Kommt der dritte Saaleübergang doch noch? Die Stadt prüft derzeit die Möglichkeit einer weiteren, innerstädtischen Brücke über den Fluss. Dabei sind vier unterschiedliche Varianten im Gespräch, wie aus einem Arbeitspapier des zuständigen Arbeitskreises Verkehrsplanung 2025 hervorgeht, dass der MZ vorliegt.

„Das ist aber keine kurzfristige Geschichte, sondern eine langfristige Diskussion“, sagte der zuständige Baubeigeordnete Uwe Stäglin auf MZ-Anfrage. Grundsätzlich zeige aber die Störanfälligkeit der bestehenden Saaleübergänge - wie derzeit beim Umbau der Giebichensteinbrücke -, dass eine weitere Trasse grundsätzlich sinnvoll wäre.

Bei den vier Varianten, die geprüft werden sollen, sind auch zwei neue. So will die Stadt untersuchen, ob eine Querung vom Mühlweg über die Peißnitz bis zur Blücherstraße in Neustadt sinnvoll wäre. Die war bisher noch nie in der Diskussion. Laut dem Arbeitspapier habe diese Brücke den Vorteil, dass sie Halles Innenstadt mit der Neustadt und mit Heide Süd deutlich besser verbinden würde. Zudem könnte die Querung die Giebichensteinbrücke spürbar entlasten. „Das ist aber zunächst nur eine Betrachtung aus Verkehrssicht“, sagte Stäglin.

Eingriff ins Naturschutzgebiet Peißnitz

Denn um diese Brücke zu realisieren, müsste in das Naturschutzgebiet Peißnitz eingegriffen werden. Zudem wäre ein Ausbau des Mühlwegs, der Burgstraße und der Bernburger Straße nötig. „Man muss aber erst abwägen, ob die negativen Auswirkungen auf das Wohnquartier und den Naturschutz zu groß sind“, sagte Stäglin.

Die zweite, neue Variante liegt ganz im Süden der Stadt. Von der Anglerstraße könnte südlich der Rabeninsel eine Brücke bis zur Bundesstraße 80 gebaut werden. Diese Variante würde allerdings den Verkehr nicht ausreichend von der Hochstraße ablenken, heißt es in dem Arbeitspapier. Stattdessen würde nur der Verkehr aus dem Saalekreis profitieren. Gleiches gilt für die dritte, nördliche Variante von der Magdeburger Chaussee über den Hafen bis zur Nordstraße in Heide Nord.

Die vierte Variante ist dagegen deutlich wahrscheinlich und schon länger in der Diskussion: Eine Brücke vom Böllberger Weg, Höhe Torstraße, zur Straße an der Feuerwache in Neustadt. „Das wäre für den Verkehr sicher auch am sinnvollsten“, sagte Hans-Georg Ungefug von der Bürgerinitiative Hochstraße auf MZ-Anfrage. An dieser Stelle könnten auch am ehesten die naturschutzrechtlichen Auflagen erfüllt werden.

Vom Tisch ist dagegen der Ausbau der Mansfelder Straße zu einem richtigen Saaleübergang für den Autoverkehr. Dies würde die Straßenbahnen in erheblichem Maße behindern. Über die vier Varianten für einen weiteren Saaleübergang wird im Mai abschließend diskutiert. Danach soll in einer Versammlung am 25. Juni die Öffentlichkeit informiert werden. Ende des Jahres könnte der Stadtrat das Konzept verabschieden. Die Umsetzung dürfte aber noch Jahre dauern. (mz)