USV Halle RhinosUSV Halle Rhinos: Nderim Pelajs Abschied mit Wehmut

Halle (Saale) - Die Route des Möbelwagens am Sonntag wird wahrscheinlich nicht die kürzeste sein, und dennoch die bessere. Besser zumindest für die Rhinos. Halles Basketballern aus der zweiten Regionalliga würde es entgegenkommen, sollte Nderim Pelaj bei der nächsten Fuhre seines Hab und Gutes von Leipzig nach Düsseldorf einen Zwischenstopp in Berlin einlegen. Sich kurz das Trikot überwerfen und seine Mannschaft beim immens wichtigen Spiel gegen Alba II noch einmal ...

Von Petra Szag 22.03.2017, 11:15

Die Route des Möbelwagens am Sonntag wird wahrscheinlich nicht die kürzeste sein, und dennoch die bessere. Besser zumindest für die Rhinos. Halles Basketballern aus der zweiten Regionalliga würde es entgegenkommen, sollte Nderim Pelaj bei der nächsten Fuhre seines Hab und Gutes von Leipzig nach Düsseldorf einen Zwischenstopp in Berlin einlegen. Sich kurz das Trikot überwerfen und seine Mannschaft beim immens wichtigen Spiel gegen Alba II noch einmal unterstützen.

Berufliche Veränderung

„Schon vor dem letzten Spiel gegen Stahnsdorf haben wir gesagt: Gewinnen wir, bin ich gegen Alba nicht mehr dabei“, erklärt der mannschaftsdienliche Spieler schmunzelnd. Nun haben sie am letzten Sonntag zu Hause gegen den Tabellennachbarn gewonnen und damit die Abstiegsränge wieder verlassen. Auf der sicheren Seite aber sind die Hallenser noch nicht. Deshalb denkt Pelaj laut darüber nach, seine Entscheidung noch einmal zu ändern.

Ohne ihn, das ist unumstritten, wird es schwieriger. Der 27-Jährige war in den letzten zweieinhalb Jahren nicht nur der Motor des USV-Spiels, er hat auch die meisten Körbe erzielt. Gegen Stahnsdorf steuerte Pelaj zum 92:81-Sieg 34 Punkte bei - so viele, wie kein anderer. Immer dann, wenn es eng zuging auf dem Parkett für die Hallenser, dann übernahm er Verantwortung.

Doch damit wird nun Schluss sein. „Beim letzten Heimspiel gegen Köpenick müssen die Jungs es auch ohne mich schaffen“, sagt Pelaj. Und wenn Halle gegen Alba und Köpenick punktet, dann ist die letzte schwierige Auswärtsprüfung gegen Charlottenburg nicht mehr kriegsentscheidend.

Und falls doch, spielt der variable Flügelflitzer noch einmal Feuerwehrmann? „Das wird nicht nötig sein“, versichert Pelaj. Er ist zuversichtlich, dass es zu dem Showdown nicht kommt. „Die Mannschaft, steigt nicht ab. Gerade die jungen Spieler haben eine erfreuliche Entwicklung genommen.“

Keine Frage, die Truppe ist ihm ans Herz gewachsen. Zweieinhalb Jahre unterstützt der Dorstener aus der ProB-Liga nun schon das Studenten-Team - seit es ihn beruflich nach Mitteldeutschland verschlagen hat. Mit seinem Job als Logistikplaner bei Porsche war das gut zu vereinbaren. Doch nun nimmt er die nächste Stufe auf der Karriere-Leiter, wechselt ins Management von Thyssen-Krupp. Deshalb räumt er seine Wohnung in Leipzig und richtet sich in Düsseldorf neu ein. Am 1. April ist scharfer Start.

Der Abschied von seiner Mannschaft fällt ihm dennoch schwer. „Persönlich habe ich mich hier sehr wohlgefühlt.“ Die Freundschaften will er weiter pflegen.

Vertrauen in die jungen Spieler

Dass nach dem furiosen Saisonstart des USV zuletzt Turbulenzen aufgetreten sind, bringen den erfahrenen Spieler nicht ins Grübeln. „Die Jungen haben erfreulich selbstbewusst begonnen, mutig gespielt und anfangs auch getroffen.“ Doch die Schwankungen im Saisonverlauf sind normal, das weiß er noch aus seiner Anfangszeit. „In dem Alter machst du zwei Schritte vor und einen zurück.“ Trotzdem gehe es aber voran. Der Nachwuchs um Lukas Scholz, Pierre Klaus, Franz Veit oder Ralf Maleska werde sich weiter profilieren. Da ist sich Pelaj sicher. Und da ist dann auch noch Rückkehrer Jörg Soyk. Darauf lässt sich aufbauen. (mz)