Uni-Klinik

Uni-Klinik: Rettungsaktion der halleschen Zahnklinik

Halle/MZ - Der Termin war mit Bedacht gewählt. Passenderweise auf den „Tag der Zahngesundheit“ hatte die CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) eine Veranstaltung gelegt, die den Auftakt bilden sollte zu einer Rettungsaktion für die hallesche Zahnklinik. Fast 400 Gäste waren der Einladung des Kreisverbands Halle-Saalekreis am Mittwochabend in den „Krug zum grünen Kranze“ gefolgt - gestern konnte MIT-Chef Dieter Lehmann zufrieden mitteilen: Im Spendentopf befinden sich seit jenem Abend bereits rund 18.000 Euro! „Ich denke, das kann sich sehen ...

Von Peter Godazgar

Der Termin war mit Bedacht gewählt. Passenderweise auf den „Tag der Zahngesundheit“ hatte die CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) eine Veranstaltung gelegt, die den Auftakt bilden sollte zu einer Rettungsaktion für die hallesche Zahnklinik. Fast 400 Gäste waren der Einladung des Kreisverbands Halle-Saalekreis am Mittwochabend in den „Krug zum grünen Kranze“ gefolgt - gestern konnte MIT-Chef Dieter Lehmann zufrieden mitteilen: Im Spendentopf befinden sich seit jenem Abend bereits rund 18.000 Euro! „Ich denke, das kann sich sehen lassen.“

Tatsächlich steckt Halles Zahnklinik seit nunmehr einem Jahr in der Bredouille. Angefangen hat alles mit einem eigentlich banalen Wasserschaden: Damals hatte es an einem Gerät, das zur Herstellung von Zahnprothesen benötigt wird, einen Defekt gegeben. Dies geschah allerdings ausgerechnet an einem Freitagabend, so dass während des gesamten darauf folgenden Wochenendes Wasser ungehindert austreten konnte. Die Folge: Ein kompletter Gebäudeflügel wurde vom Obergeschoss aus durchnässt.

Studenten im Schichtbetrieb ausgebildet

Die Konsequenzen spüren Mitarbeiter und auch Studenten bis heute. Das Zahntechniklabor musste ausgelagert werden und befindet sich seither in sechs Containern auf dem Hof der Klinik. Und die Studenten werden mangels Seminarräumen quasi im Schichtbetrieb ausgebildet - zwischen 7 Uhr morgens und 7 Uhr abends.

„Ein einfacher Wasserschaden darf nicht zum Untergang einer ganzen Studienrichtung führen“, sagte denn auch MIT-Chef Lehmann - und brach außerdem ganz allgemein eine Lanze für die in jüngster Zeit in der Kritik stehende Universitätsmedizin. Lehmann: „Halle bleibt - nicht nur wegen der großen Tradition, sondern vor allem wegen der hohen Qualität.“ Allein der Gedanke, die Uni-Medizin zu schließen, müsse alle „auf die Palme bringen“.

Zum Auftakt der Spendenaktion war übrigens auch Sachsen-Anhalts CDU-Wissenschaftsminister Hartmut Möllring erschienen, der an diesem Abend freilich ein Heimspiel hatte. „Das sind die sympathischsten Demonstrationen, wenn man nicht nur Unterschriften gegen etwas sammelt, sondern Geld für etwas“, sagte er mit Blick auf die Konflikte der jüngsten Zeit. Indes lobte auch Möllring die Qualität an Halles Uni- und speziell an der Zahnklinik: „Jede Regierung wäre falsch beraten, da Hand anzulegen“, sagte er.

Sieben Millionen Euro erforderlich

Bei der Mittelstandsvereinigung hofft man, mit der Aktion auch mehr Druck auf die Landesregierung ausüben zu können. Paradoxerweise gibt es nämlich bereits seit Mai einen fertigen Plan, um die unhaltbaren Zustände zu beseitigen: Die Zahnklinik soll demnach in die ehemalige Chirurgie an der Magdeburger Straße umziehen. Dort sind aber zuvor noch Sanierungsarbeiten nötig.

Das dafür erforderliche Geld - rund sieben Millionen Euro - sei zwar eingestellt, die Umsetzung des Projekts sei aber wegen der hochschul- und finanzpolitischen Debatten ins Stocken geraten, sagt Dieter Lehmann. Das Geld würde aber wohl auch nicht reichen - eine aktuelle Kalkulation nennt Kosten in Höhe von 9,6 Millionen Euro. Den Mehrbetrag muss die Universität selbst aufbringen - und ohne zusätzliche Spenden ist das wohl kaum zu schaffen.