Star Park Halle

Star Park Halle: Und die Investoren kommen doch

Halle (Saale) - Für Passanten auf der A14 ist der Star Park wenig mehr als ein riesiges Werbeschild, das auf einige auf grün-braunem Ödland versprengte Blechhallen hinweist, zu denen ein absurd breit dimensionierter Boulevard führt. Für die hallesche Stadtspitze hingegen ist das Gewerbegebiet ein Prestigeobjekt, wenn auch ein lange Zeit umstrittenes. Kritiker titulierten den Star Park als unsinniges Großprojekt. Nun könnte sich das Prestige- mit langem Anlauf auch zum Erfolgsprojekt mausern. Zumindest stößt der Star Park auf wachsende Nachfrage bei ...

Von Robert Briest 12.08.2016, 11:30

Für Passanten auf der A14 ist der Star Park wenig mehr als ein riesiges Werbeschild, das auf einige auf grün-braunem Ödland versprengte Blechhallen hinweist, zu denen ein absurd breit dimensionierter Boulevard führt. Für die hallesche Stadtspitze hingegen ist das Gewerbegebiet ein Prestigeobjekt, wenn auch ein lange Zeit umstrittenes. Kritiker titulierten den Star Park als unsinniges Großprojekt. Nun könnte sich das Prestige- mit langem Anlauf auch zum Erfolgsprojekt mausern. Zumindest stößt der Star Park auf wachsende Nachfrage bei Investoren.

Der am Mittwoch von der Stadt verkündete Kontrakt mit Schaeffler Automotive Aftermarket ist nur das aktuelle Beispiel. Der Autozulieferer hat mit der Stadt einen Optionsvertrag, also ein preislich bindendes Angebot, für eine 23 Hektar große Gewerbefläche vereinbart. Schaeffler könnte hier ein Logistik- und Montagezentrum für seine Ersatzteilsparte errichten. Allerdings hat das Unternehmen bisher nur entschieden, dass es bauen will, aber noch nicht wo. Die finale Entscheidung soll in den nächsten Monaten fallen. Der Star Park sei dabei eine Option von mehreren deutschlandweit, erklärt der Konzern.

Kleiner Erfolg

Dass Halle es in die engere Auswahl geschafft hat, ist jedoch bereits ein kleiner Erfolg. Schließlich hat der Gewerbepark an der A14 damit ein zweistufiges Auswahlverfahren mit strengen Kriterien überstanden. „Der Standort muss unter verschiedenen Gesichtspunkten günstig sein: Infrastruktur, Verkehrsanbindung, Entfernung zu den Kunden“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Auch der Preis spiele eine Rolle. Der würde für das Grundstück in Halle 3,65 Millionen Euro betragen.

Sollte sich Schaeffler tatsächlich für den Star Park entscheiden, zählte der Autozulieferer dort zu den Großinvestoren. Aktuell sind im Gewerbegebiet acht Firmen ansässig. Platz für mehr ist noch ausreichend vorhanden. Von den insgesamt 140 Hektar sind derzeit 52 verkauft.

Die Chancen, dass sich einige der Freiflächen demnächst füllen, stehen jedoch nicht schlecht, denn die Zahl der Investorenanfragen für den Star Park wächst kontinuierlich. Noch vor drei Jahren gab es lediglich 12 Interessenten, die durch die Stadt begleitet wurden. 2015 waren es bereits 41 und allein in den ersten siebeneinhalb Monaten des laufenden Jahres zählte die Stadt schon 30 Anfragen.

Neuausrichtung

Als Hauptgrund für die Entwicklung sieht die Verwaltung die vor zwei Jahren erfolgte Neuausrichtung der Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis, kurz EVG. Früher nur für die Entwicklung des Star Parks zuständig, kümmert sie sich seither um alle Firmenansiedlungen in Halle. Zudem wurden damals Personal und Etat deutlich aufgestockt. „Im Zeitraum 2014 bis heute konnten im Star Park vier Großansiedlungen realisiert werden, die mit der Schaffung von circa 520 Arbeitsplätzen und Investitionen in Höhe von 80 Millionen Euro verbunden sind“, berichtet Stadtsprecher Drago Bock. Zu besagten Ansiedlungen zählen etwa die Logistikzentren von Ebay, heute Radial Fulfillment, Fiege und Hellmann Logistics. Letzteres soll ab kommender Woche schrittweise den Betrieb aufnehmen. Die offizielle Schlüsselübergabe für das 22.000 Quadratmeter große Verteilerzentrum soll Anfang September erfolgen. Bei Vollbetrieb plant das Unternehmen mit 100 neuen Arbeitsplätzen.

„Grundsätzlich kann man an den Ansiedlungsanfragen sehen, dass die EVG gute Arbeit leistet“, lobt auch Christoph Bernstiel. Der CDU-Stadtrat fürchtet jedoch, dass die Stadt beim Buhlen um Schaeffler einen Fehler begangen hat, in dem sie Details wie den Kaufpreis veröffentlichte: „Das könnte andere Kommunen dazu bringen, dass Angebot zu unterbieten“, unkt er. (mz)