Spiel gegen Brachstedt

Spiel gegen Brachstedt: Blau-Weiß Dölau bleibt hängen

Halle (Saale) - Noch vor wenigen Jahren wurde jeder Fußballverein beneidet, der auf einem Kunstrasenplatz trainieren und spielen konnte. Mittlerweile ist dies kaum noch ein Privileg. Die in den meisten Fällen wetterunabhängigen Spielflächen schießen wie Pilze aus dem Boden. Von vielen Kickern werden sie geliebt, weil man sie mit Ausnahme von Vereisung immer benutzen kann. Spieler, die schon einmal Bänder- oder Gelenkverletzungen hatten, meiden ...

Von Karl Ebert 21.03.2016, 20:22

Noch vor wenigen Jahren wurde jeder Fußballverein beneidet, der auf einem Kunstrasenplatz trainieren und spielen konnte. Mittlerweile ist dies kaum noch ein Privileg. Die in den meisten Fällen wetterunabhängigen Spielflächen schießen wie Pilze aus dem Boden. Von vielen Kickern werden sie geliebt, weil man sie mit Ausnahme von Vereisung immer benutzen kann. Spieler, die schon einmal Bänder- oder Gelenkverletzungen hatten, meiden sie.

Nur auf Kunstrasen zu spielen, wie das in Dölau üblich ist, kann aber auch so seine Tücken haben. Genau das mussten die Landesliga-Kicker von Blau-Weiß am Wochenende im Prestigeduell bei Blau-Weiß Brachstedt erfahren. Sie verloren nicht nur die Partie auf dem Rasenplatz 0:1, sondern mit Andreas Kretzschmar und Toni Pultke auch zwei wichtige Spieler durch Verletzungen - ohne Einwirkung von Gegenspielern. Einer war im Rasen hängen geblieben, der andere in ein Loch getreten - passiert auf Kunstrasen eben nicht.

Dölaus Trainer Frank Schnerr wollte die beiden Ausfälle aber nicht als Grund für die Niederlage gelten lassen. „Brachstedt hat verdient gewonnen, weil wir einfach kein Tor geschossen haben. Da ist der Untergrund völlig egal“, sagte er. Die beiden Verletzungen hatten für ihn aber sehr wohl etwas mit dem Untergrund zu tun. Und er begründet das auch. „Wir haben seit Anfang Dezember in Elster kein Spiel mehr auf einem Rasenplatz bestritten. Die Belastungen für Bänder und Gelenke sind dort ganz andere, als auf einem Kunstrasenplatz“, sagt Schnerr.

Seit die Dölauer im Besitz ihres Kunstrasens sind, laden sie die Testspielgegner in der Winterpause immer in die Heide ein, während sie in der Sommer-Vorbereitung zumeist auf deren Rasenplätzen auftreten. Da aber das einzige Landesliga-Punktspiel in diesem Jahr auf Rasen vor zwei Wochen bei Rot-Weiß Thalheim ausgefallen ist und erst am Donnerstag nachgeholt wird, kam diese lange Pause ohne Rasenspiel für die Blau-Weißen zustande.

Zumindest wissen sie nun vor dem Duell Zweiter gegen Erster in Thalheim, wie es auf Rasen funktioniert. Zudem können sie dann wieder auf Torjäger Marcel Bennewitz zurückgreifen, der dieses Mal aus familiären Gründen fehlte.

Den Brachstedtern waren die Sorgen und Nöte des Kontrahenten egal. Sie wollten einfach nur die Revanche für das nachträglich am grünen Tisch mit 0:3 verlorene Hinspiel (MZ berichtete). Zur Erinnerung: Brachstedts Spielertrainer Kevin Kluge war damals von der Bank verwiesen worden und hatte sich danach als Spieler wieder in die Mannschaft eingewechselt.

Doch diese Vorgeschichte hatte keine Rolle mehr gespielt. Sowohl Dölaus Coach Schnerr als auch Brachstedts Spielertrainer Manoel Arnhold lobten die „wohltuende Derby-Atmosphäre“. Im Gegenteil, Arnhold ärgerte sich im Nachhinein vielmehr über sich und seine eigene Mannschaft. Denn die hatte eine Woche vor dem Duell mit den Dölauern eine 0:1-Pleite beim Schlusslicht SG Ramsin kassiert und damit die große Chance vergeben, nun selbst erster Verfolger der Heidekicker zu sein.

Deshalb war die Freude bei den Brachstedtern nach dem Erfolg gegen den Spitzenreiter auch nicht ganz ungetrübt. „Der Ausrutscher von Ramsin, dazu noch in der Nachspielzeit, ist jetzt umso ärgerlicher. Wir hätten das Rennen in der Spitzengruppe noch enger gestalten können“, sagt Arnhold.

Trotzdem sei es ein schönes Gefühl, mit einem Erfolg über den Tabellenführer in die Oster-Feiertage gehen und sie endlich auch einmal genießen zu können. Denn die Brachstedter sind spielfrei. Und das kam in den letzten Jahren nicht so oft vor. „Ich kann mich nicht daran erinnern, wann es einmal eine Saison gab, in der wir zu Ostern keine Nachholspiele bestreiten mussten - oder es standen Pokalpartien an“, erzählt Arnhold.

Die Partie Thalheim gegen Dölau steigt am Donnerstag um 19 Uhr. (mz)