Junge Hanseaten auf Tour

So machen die Youth-Hanse auf ein wichtiges Kapitel hallescher Historie aufmerksam

Die Youth-Hanse haben sich gerade neu gegründet.

Von Katja Pausch
Mit mittelalterlichem Flair wurde der Freundschaftsbaum der Hansejugend in Merseburg eingeweiht. Foto: Diana Dünschel

Halle (Saale)/Merseburg - Bisher waren sie ein noch relativ unbekanntes Grüppchen junger Leute, die sich mit einem bedeutsamen Kapitel hallescher Stadtgeschichte beschäftigen wollen. Doch spätestens seit diesem Wochenende sind die Mitglieder der Youth-Hanse etwas bekannter. Denn am Samstag starteten rund 20 junge Leute am Saaleufer in Höhe der Burg Giebichenstein zur ersten größeren Aktion des im Januar gegründeten Jugend-Hansevereins, der Nachwuchsgruppe des Hansevereins Halle. Mit Fahrrädern ging es über Peißnitz, Maya Mare und weitere Stationen bis nach Merseburg, wie Halle ebenfalls eine alte Hansestadt.

Halles Jugendhanse will ein Netzwerk zu den anderen 194 Hanse-Städten in 16 Ländern knüpfen

Gegründet haben sich die jungen Hanseaten am 6. Januar mit dem Ziel, sich mit den Talenten oder Hobbys der Mitglieder einzubringen. „Ob Instrumente spielen, designen, organisieren oder Theater spielen - jeder kann etwas beitragen zum Vereinsleben“, sagt Julia Weichler, eines der sieben Gründungsmitglieder des Jugendvereins. Dessen Vorhaben liege darin, „Gleichgesinnte von uns zu überzeugen, um uns als Gruppe zu vergrößern und eine breitere Aufmerksamkeit in der Stadt zu gewinnen“, so die Schülerin des Südstadt-Gymnasiums.

Halles Jugendhanse will ein Netzwerk zu den anderen 194 Hanse-Städten in 16 Ländern knüpfen und Begegnungen organisieren. Aber auch in Halle selbst wollen die Jung-Hanseaten aktiv werden. Am Hanse-Treff in der Mansfelder Straße wollen sich die Jugendlichen - zumeist Schüler und Studierende - auf ein Getränk treffen, sich mit den Hansetraditionen auseinandersetzen, zusammen musizieren, Theaterstücke aufführen und sich damit mit der Geschichte Halles und der Hanse beschäftigen. Auch sportlich wollen sie aktiv werden: Wassersportarten wie Segeln, Kutterrudern oder Drachenbootfahren stehen auf dem Programm der Youth-Hanse.

Youth-Hanse wollen mit Theaterstück am Ende des Jahres ein spannendes Stück hallische Stadtgeschichte erzählen

Eines der größeren Projekte ist derzeit das Theaterstück „Waldheyms Kinder“. Darin wird die Geschichte einer bekannten halleschen Familie aus dem 15. Jahrhundert nacherzählt. Dank Crowdfunding, das 2.300 Euro eingebracht hat, können die Jung-Hanseaten jetzt in eine mobile Probebühne und Scheinwerfer investieren. Nun sollen Partner wie Stadtarchiv, Stadtmuseum und die Universität gewonnen werden, um interessante Details aus dem Leben der einst bekannten halleschen Familie in Erfahrung und später auf die Bühne zu bringen.

„Unser Ziel ist es, am Ende des Jahres Darsteller gecastet, Kostüme geschneidert, mit dem Proben begonnen und ein spannendes Stück hallische Stadtgeschichte geschrieben zu haben“, so Julia Weichler. Zugleich wollen die jungen Leute Kontakt mit den Hansestädten der umliegenden Bundesländer und anderer europäischer Länder aufnehmen.

Der Fahrradkorso am 1. Mai war dabei ein erster Schritt. Und damit das Vorhaben der Youth-Hanse auch sichtbar wird, haben die Teilnehmer im Merseburger Schlosspark den ersten hanseatischen Baum gepflanzt - mit einer Zeitkapsel für die Nachwelt und als Signal der Verbundenheit der Hansestädte und deren Bürger. Mehr zum Verein und zur Jugendhanse auf hallischehanse.de. (mz)