So gewinnt man Schulhöfe

So gewinnt man Schulhöfe : Feininger-Gymnasium setzt sich gegen 279 andere durch

Halle (Saale) - 30.000 Euro Preisgeld: Mit welchem Konzept sich das Feininger-Gymnasium gegen 279 andere Schulen durchgesetzt hat.

Von Jonas Nayda 22.06.2020, 08:30

Zu eng, zu grau und zu wenig Spielmöglichkeiten für die Kinder: Lange waren Schüler und Lehrer des Lyonel-Feininger-Gymnasiums (ehemals Neues Städtisches Gymnasium) unzufrieden mit ihrem Schulhof. Doch dann hat die Schule am Wettbewerb „Schulhofträume“ teilgenommen und sich gegen 279 andere Schulen, Elterninitiativen und Vereine aus ganz Deutschland durchgesetzt. Mit den 30.000 Euro, die die Schule dabei gewonnen hat, soll nun der Pausenhof neu gestaltet werden. Am Freitag fand bereits der erste Spatenstich statt.

„Unser Schulhof soll eine grüne Oase werden“, sagt Schulleiter Jan Riedel. Er ist stolz auf seine Schüler, die einen großen Anteil an dem siegreichen Projekt haben. Schon 2018 begannen drei Schülerteams gemeinsam mit Studenten der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, ihre Ideen zu entwickeln.

Schulhof soll systematisch in verschiedene Bereiche unterteilt werden

Das Ergebnis: Der Schulhof soll systematisch in verschiedene Bereiche unterteilt werden. Es soll einen Sport-Bereich mit Basketball- und Fußballfeld sowie Tischtennisplatten geben, eine ruhige „Hügellandschaft“ mit gemütlichen Sitzecken und einem „grünen Klassenzimmer“ und mehrere Bereiche mit Klettermöglichkeiten und einer Holzhütte. Das alles mit möglichst vielen Bäumen, Beeten und Kletterpflanzen, die den Schulhof, der früher mal ein Parkplatz war, begrünen sollen.

Drei Faktoren hätten ganz besonders zum Sieg der Hallenser beigetragen, sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, das den Wettbewerb organisiert hat. Erstens die besonders schweren Bedingungen bei der Planung, weil der Platz zwischen den hohen Häusern mitten in der Innenstadt sehr begrenzt ist, zweitens die naturnahe Gestaltung und drittens die rege Beteiligung der Schüler. „Es waren nicht einfach irgendwelche Architekten, die sich am Reißbrett etwas ausgedacht haben, es waren die Schüler selbst“, sagt Hofmann.

30.000 Euro Preisgeld fließen nun direkt in den Bau

Die 30.000 Euro Preisgeld fließen nun direkt in den Bau des sogenannten „Adlernestes“, einem zweistöckigen Klettergerüst mitten in der Mitte des Schulhofes. Die anderen Baumaßnahmen drumherum sollen in den kommenden Jahren kontinuierlich dazu kommen. Die Kosten dafür, rund 200.000 Euro, teilen sich die Stadt und die Schule. In den Sommerferien können Schüler und Eltern bei Workshops mitarbeiten, sodass der Schulhof schneller fertig wird.

Die Plätze zwei und drei beim Wettbewerb „Schulhofträume“ gingen nach Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) und Anklam (Mecklenburg-Vorpommern), sie sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Insgesamt vergaben das Kinderhilfswerk gemeinsam mit Rossman und Procter und Gamble 270.000 Euro an 15 Schulen in ganz Deutschland. (mz)