„Sommer im Quartier“

So feiert Halle den Sommer in allen Stadtvierteln

„Sommer im Quartier“ heißt ein Programm, das unkompliziert Veranstaltungen in alle Stadtviertel bringen will. Auch die Schwemme ist dabei.

Von Katja Pausch
Die Schwemme zählt  zu den vielen Orten in der Stadt, an denen in diesem Sommer Kunst und Kultur stattfinden werden.
Die Schwemme zählt zu den vielen Orten in der Stadt, an denen in diesem Sommer Kunst und Kultur stattfinden werden. (Foto: Katja Pausch)

Halle (Saale)/MZ - Corona hat in den vergangenen Monaten sowohl Künstlern als auch dem Publikum viel abverlangt an Verzicht in vielerlei Hinsicht - sei es finanziell, sei es der Verlust an Begegnungen und gemeinsamen Erlebnissen. Nun aber soll ein neues, lokales Format Kultur und damit wieder Begegnungen in Halles Stadtteile bringen.

„Sommer im Quartier“ heißt das Programm, das dank einer Förderung durch die Bundeskulturstiftung und dank des Engagements von Stadt und Kulturamt auf unkompliziertem Weg Veranstaltungen wie Tanz und Konzerte, Workshops, Lesungen, Filme und Ausstellungen in alle Quartiere der Stadt bringen will - unter freiem Himmel und kostenfrei für die Zuschauer. „Damit wollen wir einerseits vor allem regionalen Kultur- und Kunstschaffenden die Möglichkeit geben, die verschiedenen Stadtteile zu beleben und zum anderen den Bewohnern kulturelle Angebote vor Ort zugänglich machen“, so Bürgermeister Egbert Geier, der am Dienstag gemeinsam mit Kulturamtschefin Jane Unger und Projektkoordinatorin Elke Arnold das Programm in der historischen Schwemme vorstellte. Auch der geschichtsträchtige Ort selbst zählt zu den Veranstaltungsplätzen: „Hier ist am 12. September ein interessantes Programm geplant“, so Johanna Voll, Projektentwicklerin des Schwemme-Vereins.

„Die Resonanz auf die Ausschreibung ist überwältigend“

Insgesamt 80 Bewerber, die den „Sommer im Quartier“ gestalten wollen, haben sich auf der eigens geschalteten Webseite bereits gemeldet, 50 Veranstaltungen in vorwiegend kleineren Formaten sind bisher vorgesehen. Diese würden die Nachbarschaft und die Identifikation mit dem eigenen Viertel stärken, so Bürgermeister Geier. „Die Resonanz auf die Ausschreibung ist überwältigend“, zeigt sich auch Jane Unger begeistert. Das Programm bringe über viele Wochen Kunst und Kultur in Quartiere, die bisher nicht die Aufmerksamkeit gehabt hätten, die ihnen gebühre, so die Kulturamtsleiterin. Und Elke Arnold ergänzt: „Die Programmvielfalt allein des Eröffnungswochenendes zeigt, dass die hallesche Kulturszene Lust hat, jenseits eingeführter Kulturorte die Stadt zu bespielen“.

In drei Bereichen können sich Kulturschaffende bewerben: für Veranstaltungen in den Quartieren selbst, für ein Marktplatz-Modul sowie in einer eigenen Kategorie für Kinder und Jugendliche, die unter dem Motto „Auf die Plätze!“ ihre Treffpunkte mit eigenen Events beleben können.

Auftakt mit Tanz, Textilkunst und Musik

„Sommer im Quartier“ wird vom 16. Juli bis zum 31. Oktober eine Vielzahl an Veranstaltungen bereithalten. Für die Umsetzung hat die Stadt 500.000 Euro Fördermittel bei der Kulturstiftung des Bundes beantragt und erhalten, 125.000 Euro Eigenmittel kommen von der Stadt hinzu.

Am 16. Juli wird zum Auftakt des Quartiersommers die Neustädter Passage zur Tanzfläche: Die inklusive Tanzgruppe „Abgefahren“ und „Studioperi“ treten ab 19 Uhr im Bereich des Nasreddin-Brunnens auf. Poetry-Slammerin Katja Hofmann lädt am 17. Juli ab 20 Uhr am MMZ-Anleger zur beliebten „Wörterspeise“, während am gleichen Abend drei junge Bands am Galgenberg auftreten. Motto: „Ohne Musik ist das Leben ein Irrtum“. In der Talstraße erwartet Besucher an zwei Tagen - 17. und 18. Juli - ein Mix aus Schauspiel, Lesung, Textilkunst und Musik. Und in Halles Westen ist am 18. Juli in der Heide-Ranch ab 16.30 Uhr die Celtic-Folk-Band „Tricky Notes“ zu erleben. Am 16. Juli wird die neugestaltete Webseite freigeschaltet: Auf sommerimquartier.de sind dann weiterhin Bewerbungen möglich, Termine und Spielorte werden laufend aktualisiert.