Sie wollen ihm ein Denkmal bauen

Sie wollen ihm ein Denkmal bauen: Christian Wolff als zwei Meter große Bronzestatue

Halle (Saale) - Philosoph Christian Wolff soll mit Statue vor dem Stadtmuseum geehrt werden.

Von Tanja Goldbecher
Eine Initiativgruppe hat das Projekt, dem Philosophen Christian Wolff (1679 - 1754) ein Denkmal zu setzen.
Eine Initiativgruppe hat das Projekt, dem Philosophen Christian Wolff (1679 - 1754) ein Denkmal zu setzen. ZB

Die Idee, dem Philosophen Christian Wolff (1679 - 1754) ein Denkmal zu setzen, nimmt Gestalt an. Eine Initiativgruppe hat das Projekt am Dienstag in der Beigeordnetenkonferenz vorgestellt. Geplant ist, Wolff als zwei Meter große Bronzestatue vor das Stadtmuseum zu stellen, was zugleich Wolffs ehemaliges Wohnhaus ist.

Zwei Meter große Bronzestatue als Denkmal

„Christian Wolff ist der Begründer der europäischen Aufklärung. Wir begrüßen das Projekt ausdrücklich“, sagte Judith Marquardt, Beigeordnete für Bildung. Die Stadtverwaltung will sich an der Finanzierung beteiligen. Wie hoch der Zuschuss ausfallen wird, ist im Moment noch unklar. Eine entsprechende Beschlussvorlage soll demnächst im Kulturausschuss eingebracht und von den Stadträten abgestimmt werden.

Rund 60.000 Euro betragen die Gesamtkosten für die Erstellung des Denkmals. Dafür sollen neben einem städtischen Zuschuss auch Spendengelder gesammelt werden. Zunächst benötigt die Denkmal-Initiative 2000 Euro für die Erarbeitung eines konkreten Projektentwurfs. Diesen soll der hallesche Bildhauer Bernd Göbel erstellen.

Philosoph Christian Wolff: Begründer der europäischen Aufklärung und Wissenschaftler

Wolff wurde zwar in Breslau geboren, hat aber einen Großteil seines Lebens in der Saalestadt verbracht. 1706 wurde er Professor für Mathematik und Philosophie an der Universität Halle. Laut den Initiatoren des Denkmalprojekts war Wolff einer der ersten Wissenschaftler, der seine Vorlesungen auf Deutsch und nicht Latein abhielt. Damit prägte er maßgeblich deutsche Begrifflichkeiten der Philosophie.

Sein herausragendes Wirken wurde jedoch nicht sofort von allen Seiten anerkannt. Nach einer „Rede über die praktische Philosophie der Chinesen“ und die Auswirkungen des Konfuzianismus im Jahr 1721 warfen ihm politische Gegner vor, Atheist zu sein.

Der preußische König Friedrich Wilhelms I befahl Wolff, Halle zu verlassen. Nach 17 Jahren und weiteren Verdiensten kehrte der Philosoph jedoch nach Halle zurück und wurde 1740 Kanzler an Universität. Bis zu seinem Tod am 9. April 1754 lebte er in Halle. (mz)