Ringlein an der Wand

Ringlein an der Wand: Meisterschülerin erklärt ihr besonderes Verhältnis zu Schmuck

Halle (Saale) - Der Juliane-Noack-Förderverein startet eine Vortragsreihe. Zum Beginn erklärt Sarah Schuschkleb ihr besonderes Verhältnis zu Schmuck.

Von Jonas Nayda

Der Juliane-Noack-Förderverein ruft eine neue Vortragsserie ins Leben. Es ist gleichzeitig die erste öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Meisterschülerförderung des Vereins. Unter dem Motto „Schmuckhochburghalle“ sprechen Meisterschüler der Schmuckklasse der Kunsthochschule Burg Giebichenstein über zeitgenössischen Schmuck.

Den Anfang macht Sarah Schuschkleb am Mittwoch, 11. Dezember um 19.30 Uhr im Lichthaus Café in der Dreyhauptstraße 3. Die 34-Jährige ist die erste Meisterschülerin, die eine Künstlerförderung vom Juliane-Noack-Förderverein erhält. Schmuck bedeutet für sie mehr als nur Zierde und darum soll es in ihrem Vortrag auch gehen.

Schmuck als Statussymbol oder Erinnerungsträger

Für viele Menschen ist Schmuck, den man am Körper trägt, reine Dekoration. Er kann auch Statussymbol oder Erinnerungsträger sein. Doch eines ist er automatisch und unbewusst immer: Körpererfahrung. Sarah Schuschkleb erklärt, was damit gemeint ist: „Wenn man beispielsweise eine Krone aufhat, läuft man automatisch aufrechter, oder wenn man einen Ring trägt, spielt man vielleicht daran herum. Man reagiert immer auf das, was man trägt.“

Als Künstlerin, die Schmuck herstellt, habe man dadurch direkten Einfluss auf das Verhalten der Menschen, die den Schmuck tragen. Diese Nähe zwischen Schmuck-Künstlerin und demjenigen, der die Kunst trägt, fasziniere sie besonders. „Es ist wie eine kleine Regie-Anweisung“, sagt Schuschkleb, die 2017 ihr Diplom an der Kunsthochschule Halle gemacht hat. Als Teil ihrer Diplomarbeit hat sie Ringe und Armreifen entworfen und hergestellt, darunter auch sechs schwarze Messing-Ringe, mit Kautschuk-Anhängern, die einer symbolhaften Puppe ähneln.

„Wir wollen den Künstlern, die wir fördern, Möglichkeiten bieten, sich öffentlich darzustellen“

An den meisten Kunst-Hochschulen werden Diplom-Studenten zu Meisterschülern ernannt. Doch in Halle ist das anders. Nach ihrem Diplom arbeitete Sarah Schuschkleb zunächst ein Jahr lang als freie Künstlerin, bevor sie 2018 ihren Meisterkurs begann. Die Förderung des Juliane-Noack-Vereins hilft ihr jetzt, sich und ihre Arbeit zu professionalisieren. „Wir wollen den Künstlern, die wir fördern, Möglichkeiten bieten, sich öffentlich darzustellen“, sagt Katrin Eitner, Sprecherin des Fördervereins.

Regelmäßige Geld-Überweisungen wie bei einem Stipendium gehören jedoch nicht dazu. Neben der Vortragsreihe und einer weiteren regelmäßigen Gesprächsrunde mit Studenten der Kunsthochschule beinhaltet die Förderung auch eine gedruckte Publikation, in der die Künstler ihre Werke zeigen können.

Was in dem Meisterstudium an der Burg passiert

Bei dem Vortrag am 11. Dezember wird auch der Professor der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein, Hans Stofer, sprechen. Mit seinem Antritt als Professor war die Idee der Meisterschülerförderung in Halle entstanden. Der Vortrag am 11. Dezember richtet sich aber ausdrücklich nicht nur an Fachpublikum.

„Wir möchten dem Publikum näher bringen, was in dem Meisterstudium an der Burg passiert. Vielleicht entwickelt sich dabei auch ein Gespräch zwischen den Vortragenden und dem Publikum“, sagt Eitner. Der Eintritt ist frei. Im nächsten Jahr soll die Vortragsreihe mit einem neuen Meisterschüler weitergehen. Ein genauer Termin dafür steht allerdings noch nicht fest. (mz)