Rettungsschwimmen

Rettungsschwimmen: Halle bekommt den ersten Bundesstützpunkt

Halle (Saale) - Halle bekommt den ersten Bundesstützpunkt für Rettungsschwimmer. Sportler aus ganz Mitteldeutschland sollen kommen.

Von Oliver Müller-Lorey 10.10.2017, 08:27

Schon lange gehören die Sport-Rettungsschwimmer aus Halle zu den besten in Deutschland und Europa. Nun haben die zahlreichen Erfolgsmeldungen zur Einrichtung des deutschlandweit ersten Bundesleistungsstützpunkts der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Saalestadt geführt. Für den Rettungsschwimmer-Sport in Sachsen-Anhalt bedeutet das: Nun beteiligt sich auch der Bundesverband der DLRG an der Finanzierung. Außerdem wird Halle als Standort für Rettungsschwimmer in Mitteldeutschland wichtiger.

Holger Friedrich, Geschäftsführer des DLRG-Landesverbands Sachsen-Anhalt, rechnet damit, dass bald noch mehr Thüringer, Sachsen und Brandenburger zum Training nach Halle kommen. „Die Freude über die Einrichtung ist riesig. Das ist die Bestätigung für unsere Arbeit der vergangenen Jahre“, sagte Friedrich, der auch Teammanager für die Nationalmannschaft ist.

Mehr als 2.000 Medaillen - auch bei den „World-Games“

Auch Holger Hövelmann, Präsident des Landesverbands sagte, er sei stolz. Damit werde die Attraktivität dieses Sports verbessert. „Wir brauchen eine breite Basis, wenn wir in der Weltspitze dabei sein wollen.“ In den vergangenen 25 Jahren, die es den Landesverband schon gibt, erkämpften sich die Sportler mehr als 2.000 Medaillen, auch bei den „World-Games“, den olympischen Spielen für nicht olympische Sportarten.

Beim Rettungsschwimmsport gibt es verschiedene Disziplinen, die dem echten Retten von Ertrinkenden ähneln. Eine Disziplin besteht etwa darin, möglichst schnell 25 Meter zu schwimmen und dann zu einer 35 Kilogramm schweren Puppe hinabzutauchen und sie an Land zu bringen.

Disziplinen im Schimmbecken und im Freiwasser

Die Sportler unterscheiden zwischen Disziplinen im Schimmbecken, sogenannten Pool-Disziplinen, und solchen im Freiwasser. In den kommenden Jahren will die DLRG vier Pool-Stützpunkte und zwei für Freiwasser-Disziplinen installieren. Die DLRG hat in Halle keine eigene Trainingsstätte und trainiert in städtischen Schwimmhallen.

Was ebenfalls noch fehlt, ist ein Ausbildungszentrum. Friedrich hofft, dass das jetzt schnell kommt. Denn für einen Bundesleistungsstützpunkt seien eigene Räume wichtig. Ihm zufolge wartet die DLRG noch auf die Zusage vom Land für den Bau eines Ausbildungszentrums am Holzplatz. (mz)