Erste Inszenierung nach Corona

„Puppe“ probt im Burghof für Start in Open-Air-Saison in Halle

Das Theaterstück „Die Schule der Frauen“ von Molière für Schauspieler und Figuren feiert Premiere. Es ist die erste Inszenierung nach Corona - und ein flottes Sommerstück.

Von Katja Pausch
Regisseur Ralf Meyer (r.) probt mit Luise Friederike Hennig (Agnes), Sebastian Fortak (Arnolphe) und Simon Buchegger (Horace, v.l.) im Hof der Moritzburg. Am Samstag hat dort „Die Schule der Frauen“ Premiere.
Regisseur Ralf Meyer (r.) probt mit Luise Friederike Hennig (Agnes), Sebastian Fortak (Arnolphe) und Simon Buchegger (Horace, v.l.) im Hof der Moritzburg. Am Samstag hat dort „Die Schule der Frauen“ Premiere. (Foto: Katja Pausch)

Halle (Saale) - Im lauschigen Burghof der Moritzburg scheint der Sommer bereits eingezogen zu sein: Es ist windstill, und die dicken Burgmauern speichern die Wärme der Sonne bis hinein in die Abendstunden. Idealer könnte ein Ort für ein Theaterstück kaum sein - erst recht, wenn es ein Stück von Molière ist. Und genau deshalb hat das hallesche Puppentheater den Moritzburghof als Spielstätte auserkoren, um dort seine erste Premiere nach Corona zu feiern - und damit zugleich die Open-Air-Saison für Menschen und Puppen zu eröffnen.

Molières Komödie „Die Schule der Frauen“, die am 26. Dezember 1662 in Paris ihre Erstaufführung erlebte, erzählt die Geschichte des reichen Bürgers Arnolphe (Sebastian Fortak), der aus Angst vor Zurückweisung und dem „Gehörntwerden“ durch die Untreue der Frauen einen langfristigen, seiner Meinung nach perfekten Plan ausgeheckt hat: Er hat das arme Bauernmädchen Agnès (Luise Friederike Hennig) adoptiert, als es vier Jahre alt war, und in seiner Obhut aufwachsen lassen mit dem eigennützigen Ziel, sie vor allen Einflüssen abzuschotten, damit aus dem Mädchen eine treue, nicht zu kluge, nicht zu hübsche künftige Ehefrau für ihn werde. Arnolphes Plan scheint aufzugehen - doch da taucht überraschend der junge Horace (Sebastian Buchegger) auf ...

Mit Publikum bei einem guten Tropfen im Burghof

Regisseur Ralf Meyer, der mit seinem Team vor sieben Wochen im Puppentheater mit den Proben begonnen hat und nun mit Schauspielern und Puppen im Moritzburghof probt, hat die historische Vorlage des berühmten französischen Dichters nur leicht an die Gegenwart angepasst. „Emanzipation, die Molière in seinem Stück schon im 17. Jahrhundert thematisiert und die sich in der Figur der Agnès entwickelt, ist schließlich auch heute höchst aktuell“, so Meyer. Angela Baumgarts Bühnenbild und Kostüme - symbolhaft zum Beispiel der einengende Reifrock Agnès’ - unterstreichen die Intention des Stückes. Dennoch ist „Die Schule der Frauen“ keineswegs ein Belehr-Stück, sondern vielmehr eine fröhliche Sommerkomödie unter freiem Himmel, die das Publikum bei einem guten Tropfen im Burghof erleben kann. (mz)

Premiere Samstag, 20.30 Uhr, im Burghof, Karten auf buehnen-halle.de