Preisträgerin aus Halle

Preisträgerin aus Halle: So verbindet man Forschung mit Familie

Halle (Saale) - Die Mikrobiologin Constanze Pinske ist Preisträgerin eines Förderprogrammes für Wissenschaftlerinnen mit Kindern.

Von Sandy Schulze 28.05.2017, 10:00

Zur Preisverleihung durften zwei kleine Personen nicht fehlen. Als Constanze Pinske in ihrer Heimatstadt Berlin ankam, waren auch ihr vierjähriger Sohn und die anderthalbjährige Tochter mitgereist. Der Mikrobiologin, die sonst auf dem Weinberg Campus forscht, wurde als einer von deutschlandweit drei Forscherinnen das „For Women in Science“-Stipendium übergeben.

Mit der Förderung der deutschen Unesco-Kommission, L’Oreal Deutschland und der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung sollen hochqualifizierte Wissenschaftlerinnen mit Kindern unterstützt und im Alltag entlastet werden. 20.000 Euro stehen dafür zur Verfügung und gehen jeweils zur Hälfte an die Stipendiatin und zur anderen Hälfte an die Institution, an der sie forscht.

Constanze Pinske bekommt von nun an ein Jahr lang Unterstützung im Haushalt

Constanze Pinske bekommt von nun an ein Jahr lang Unterstützung im Haushalt. Wenn mal wieder mehr Kekse im Teppich verschmiert als im Kindermund gelandet sind, hat die Hallenserin jetzt Zuhause jetzt etwas mehr Zeit, die sie mit ihrem Sohn und ihrer Tochter verbringen kann. Ihr Organisationstalent hat sie mit ihrem Lebensgefährten, der in der Kurt-Mothes-Straße im gleichen Gebäude arbeitet, aber schon vorher längst erprobt. Als Wissenschaftler können sich beide ihre Zeit flexibel einteilen. In der Mittagspause wird dann ein gemeinsamer Plan gemacht.

Constanze Pinske kam zum Studium nach Halle und ist nach ihrer Promotion als Postdoktorandin nach Schottland gegangen. Dort fiel ihr schnell auf, dass Wissenschaftlerinnen viel stärker auch in ihren Bedürfnissen als Mütter wahrgenommen wurden, als in Deutschland. „Wenn es um die Familienplanung geht sage ich: Einfach dem Herzen folgen und machen“, sagt die 33-Jährige heute.

Perfekter Zeitpunkt für Nachwuchs gibt es auch in der Wissenschaftskarriere nicht

Einen perfekten Zeitpunkt für Nachwuchs gibt es auch in der Wissenschaftskarriere nicht. Sie selbst wollte erst ihre Promotion abschließen. Ihr Sohn kam 2012 noch während ihrer Zeit in Schottland zur Welt, ihre Tochter, als es wieder zurück nach Halle ging. Inzwischen ist Constanze Pinske wieder zurück an ihrem Arbeitsplatz.

Ihre Forschungen sollen helfen, die Wasserstoffbildung in Bakterien als alternative Energiequelle nutzbar machen zu können. Und wenn eins ihrer Kinder mal nicht in die Kita kann, gibt es im Familienzimmer die Gelegenheit zur Computerarbeit, während der Nachwuchs in Sichtweite spielt. (mz)