Pädagogen beraten über Konzepte

Pädagogen beraten über Konzepte: Warum der Sportunterricht mehr als Prellball ist

Halle (Saale) - Für die einen ist es das Lieblingsfach, andere fürchten die schweißtreibenden Unterrichtsstunden in der Turnhalle oder auf dem Sportplatz. Doch so oder so - zum Thema Sportunterricht kann sich wohl jeder an eine Anekdote oder ein Erlebnis aus der eigenen Schulzeit ...

Von Katja Pausch 19.10.2020, 12:00

Für die einen ist es das Lieblingsfach, andere fürchten die schweißtreibenden Unterrichtsstunden in der Turnhalle oder auf dem Sportplatz. Doch so oder so - zum Thema Sportunterricht kann sich wohl jeder an eine Anekdote oder ein Erlebnis aus der eigenen Schulzeit erinnern.

Fachtagung zu 30-jährigem Bestehen des Sportlehrerverbands Sachsen-Anhalt 

Einen Rück-, vielmehr aber einen Ausblick zu Inhalten und Kenntnisvermittlung im Sportunterricht haben kürzlich rund 150 Sportlehrkräfte und Lehramtsstudenten aus dem ganzen Bundesland während des 8. Sportlehrertages des Sportlehrerverbands Sachsen-Anhalt auf einer zweitägigen Fachtagung in Halle unternommen.

Das 30-jährige Bestehen des Sportlehrerverbands Sachsen-Anhalt war Anlass genug, um Verbandsmitglieder und Partner aus Bildung, Vereinssport, Wissenschaft und Politik zu einer Festveranstaltung einzuladen. Unter den Gästen waren Bildungs-Staatssekretärin Eva Feußner, Lisa-Direktor Siegfried Eisenmann, die Präsidentin des Landessportbundes, Silke Rank-Lange, sowie Oliver Stoll, geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaften.

„Das Engagement der Sportlehrer geht weit über den Unterricht hinaus“

Der Sportlehrerverband, so der einhellige Tenor der Gäste, sei seit langem ein zuverlässiger Partner bei der Fortbildung von Lehrkräften, beim Gestalten von Lehrplänen und Bestimmungen für den Schulsport, bei der Durchführung des Sportmotoriktests oder im Rahmen des Sportabzeichenwettbewerbs.

Verbandsvorsitzender Jens-Uwe Böhme verdeutlichte die Komplexität des Schulsports und seine Bedeutung für ein über die Schule hinausgehendes Sporttreiben der Kinder und Jugendlichen. Zudem würden, so Böhme, sich die Verbandsmitglieder vehement für den Erhalt des Schulschwimmens einsetzen und zudem vielfach in Sportvereinen und Fachverbänden aktiv sein. „Das Engagement der Sportlehrer geht weit über den Unterricht hinaus“, so Böhme.

Das Wichtigste sei, Impulse für freud- und niveauvollen Sportunterricht zu geben

Dass Schulsport längst nicht mehr nur Völker- oder Prellball ist, mit dem sich heute kaum noch ein Schüler zufrieden geben würde, bewies die Fachtagung einmal mehr. Moderner Sportunterricht in Sachsen-Anhalt sei gekennzeichnet von Vielfalt und Auswahl sowohl umfang- wie auch facettenreicher sportlicher Angebote aus allen Sportarten und Bewegungsbereichen. „Wir brauchen aktionsreiche, vielfältige und begeisternde Sportstunden, um den Sportunterricht weiterhin als eins der Lieblingsfächer von Schülern zu sichern“, so Böhme.

Das Wichtigste sei, Impulse für einen fachgerecht erteilten, freud- und niveauvollen Sportunterricht zu geben. Nach Auffassung des Sportpädagogen Albrecht Hummel, der wissenschaftlich zum Schulsport forscht, könne gelingender Sportunterricht vieles bewirken, wenn er sich auf eine grundlegende Körper- und Bewegungsbildung für alle Kinder und Jugendlichen konzentriere, die von fachlich solide ausgebildeten Sportlehrkräften geleistet werde.

Vom Volleyball bis zum Turnen

Die Tagung wurde durch mehr als 30 Sport-Workshops ergänzt, unter anderem befassten sich die Tagungsteilnehmer mit Themen wie „Spielerische Ausdauerschulung mit Fritz Fit“, „Bewegter Rücken“ oder „Volleyball - von Duo bis Quattro“.

Auch Übungen zu Themen wie der „Gymnastikreifen zwischen Klassik und Moderne“ und „Turnen: Spiel- und Übungsformen mit und ohne Großgerät“ sorgten für intensive Lern- und Bewegungseinheiten aller Teilnehmer und, so der Verbandsvorsitzende, „vielleicht auch für den einen oder anderen Muskelkater“. (mz)