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Ostrock: Warum die „Mauerfall“-Tour mit „Ost-Mugge“ in Halle startet

Halle (Saale) - Ihre „Mauerfall“-Tour beginnen Mike Kilian von Rockhaus und Puhdy „Quaster“ im Steintor. Dort empfängt sie das Publikum begeistert.

Von Katja Pausch 01.04.2019, 07:15

Lässig lehnen Mike Kilian und „Quaster“ auf der Bühnenkante des Steintors, während sich draußen das Foyer zusehends mit Fans jeden Alters füllt. Dabei würde es den beiden Musikern - von Rockhaus der eine, von den inzwischen „verrenteten“ Puhdys der andere - niemand übelnehmen, wenn sie so kurz vor dem Auftritt am Samstagabend bei „Ostrock meets Classic“ noch mal den Ablauf durchgehen, was trinken oder einfach Backstage ihre Ruhe haben wollen.

Schließlich werden die Zuschauer in wenigen Minuten in den Saal drängen und die Show, bei der mit Band und Orchester über 30 Musiker auf der Bühne stehen, wird beginnen.

Ostrocker Kilian und Hertrampf nehmen sich in Halle Zeit zum Plaudern

Doch Kilian und Dieter Hertrampf, den nicht nur Puhdys-Fans „Quaster“ nennen, nehmen sich die Zeit zum Plaudern. „Im Steintor fühlen wir uns wohl, hier sind wir zu Hause - und das seit vielen Jahren“, sagen beide wie aus einem Munde. Kunststück: Rockhaus und die Puhdys sind hier - nicht nur im Steintor, sondern auch auf der Peißnitz und im nahen Landsberg - seit Jahrzehnten quasi Stammgäste.

„Im Steintor würde ich gerne mal mein Solo-Programm ,Ich bereue nichts’ auf die Bühne bringen“, sagt „Quaster“, der sich das im altehrwürdigen Steintor gut vorstellen kann. „Halle ist ein Muss“, ergänzt Mike Kilian, der wie Musikerkollege „Quaster“ sehr froh ist, bei der „Ostrock meets Classic“-Tour dabei sein zu dürfen.

Halle ist Tournee-Start der immer mehr Fans gewinnenden „Ost-Mugge“

Die Saalestadt ist Tournee-Start der immer mehr Fans gewinnenden „Ost-Mugge“, die von den Brüdern Enrico (Gesang und Gitarre) und André Schelzer am Schlagzeug organisiert wird und seit 2016 mit Rockband, klassischem Orchester und renommierten Stars der DDR-Rockszene durch die bundesdeutsche Republik tourt.

In diesem Jahr ist „30 Jahre Mauerfall“ das Thema - und so präsentiert sich auch das Bühnenbild entsprechend: Zwei Wachtürme erheben sich langsam wie aus dem Nichts links und rechts der Bühne, begleitet von Musik und der legendären Ulbricht-Lüge: „Niemand hat die Absicht, ...“. Vor beeindruckenden Originalfilmen aus der DDR-Geschichte - von Mauerbau über Mauerfall bis heute - auf der Leinwand über dem Orchester geht das Konzert über die Bühne.

Die begeisterten und textsicheren Fans im Parkett und auf den Rängen im voll besetzten Steintor - sogar aus dem Westteil der Republik sind einige gekommen - erleben drei Stunden DDR-Rock vom Feinsten. Und nicht nur das: Im Anschluss werden im Foyer noch fast eine Stunde lang Selfies mit den Musikern geschossen - Autogramme von Kilian und „Quaster“ inklusive. (mz)