Ostbeauftragte Gleicke

Ostbeauftragte Gleicke : Mangel an Ost-Eliten wird bald der Vergangenheit angehören

Halle (Saale) - Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hat sich zuversichtlich gezeigt, dass der geringe Anteil der Ostdeutschen an den ost- sowie den gesamtdeutschen Eliten irgendwann der Vergangenheit angehören wird. Sie reagierte damit auf eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Universität Leipzig im Auftrag des MDR, die zu dem Ergebnis gekommen war, dass die Ostdeutschen in Ostdeutschland selbst  20 Prozent der Führungspositionen besetzen – und in Gesamtdeutschland nur 1,7 Prozent bei einem 17-prozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung. „Der geringe Anteil der Ostdeutschen dürfte hauptsächlich schon darauf zurückzuführen sein, dass dem Osten mit der Vereinigung ein komplett neues Wirtschafts- und Gesellschaftssystem übergestülpt wurde, man denke nur an den Umbau der Sozialversicherungssysteme“, sagte sie der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen ...

24.05.2016, 18:29

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), hat sich zuversichtlich gezeigt, dass der geringe Anteil der Ostdeutschen an den ost- sowie den gesamtdeutschen Eliten irgendwann der Vergangenheit angehören wird. Sie reagierte damit auf eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Universität Leipzig im Auftrag des MDR, die zu dem Ergebnis gekommen war, dass die Ostdeutschen in Ostdeutschland selbst  20 Prozent der Führungspositionen besetzen – und in Gesamtdeutschland nur 1,7 Prozent bei einem 17-prozentigen Anteil an der Gesamtbevölkerung. „Der geringe Anteil der Ostdeutschen dürfte hauptsächlich schon darauf zurückzuführen sein, dass dem Osten mit der Vereinigung ein komplett neues Wirtschafts- und Gesellschaftssystem übergestülpt wurde, man denke nur an den Umbau der Sozialversicherungssysteme“, sagte sie der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“.

"Das wird sich allmählich auswachsen"

Deshalb seien erfahrene Fachleute gebraucht und zu einem großen Teil aus dem Westen geholt worden. Zudem hätten sie per se als politisch unbelastet gegolten. „Ich habe selber Jahre gebraucht, bis ich meine Berufsanerkennung als Bauingenieurin durch hatte. All das hat damals im Osten für viel Erbitterung gesorgt und empört manch einen bis heute.“ Gleicke fügte allerdings hinzu: „Im Nachhinein und per Verordnung korrigieren lässt sich da nichts, das wird sich allmählich auswachsen. Der Vereinigungsprozess ist eben keine rumpelfreie Erfolgsgeschichte, auch wenn das manche gerne so in die Geschichtsbücher schreiben würden.“ (mz)