Nie mehr radlos

Nie mehr radlos: Niederländischer Fahrradverleih sorgt für mehr Mobilität in Halle

Halle - Das Konzept ist vor allem für Studenten interessant.

Von Katja Pausch 11.04.2019, 16:00

Plötzlich waren sie da: Verteilt in Halles Stadtgebiet stehen seit Tagen markante Fahrräder überall dort, wo auch der Hallenser sein Rad anschließen würde. Und auch wenn Halle reich an Radlern und damit auch an verschiedensten Fahrradtypen ist - die schmucken schwarzen Räder mit dem blauen Vorderrad fallen auf.

Niederländischer Fahrradverleih Swapfiets sorgt für mehr Mobilität in Halle

Das sollen sie auch. Denn die Zweiräder gehören zum niederländischen Start up Swapfiets - und können demnächst gemietet werden. Swapfiets wurde 2014 gegründet von drei Studenten aus Delft, die sich ärgerten, dass ihre Kommilitonen ständig mit kaputten Rädern zu tun hatten. Um denen ein sorgenfreies Radeln zu ermöglichen, wurden Räder verliehen.

Die Nachfrage stieg - inzwischen ist Swapfiets (engl. Swap=wechseln, niederländisch Fiets= Fahrrad) in vier Ländern und 14 deutschen Städten vertreten und will nun auch in Halle ins Rollen kommen. „Halle ist für uns als Standort interessant“, so Andreas Geiger, Swapfiets-Store-Chef in Halle. Zum einen sei Halle eine Fahrradstadt, zum anderen spreche die Swapfiets-Idee vor allem Studenten an - davon habe die Saalestadt jede Menge.

Fahrradverleih: Räder für monatlich 17,50 Euro mieten

Das Konzept der Niederländer ist einfach und genial zugleich: Wer Swapfiets nutzen möchte, kann eines der in drei Rahmengrößen vorhandenen Räder für monatlich 17,50 Euro (Studenten 15 Euro) mieten - und ist damit sämtliche Ärgernisse wie defekte Bremsen oder den gefürchteten „Platten“ los. Denn, so Geiger: „Der Nutzer braucht uns nur anzurufen. Wir garantieren Reparatur oder Ersatz innerhalb von 24 Stunden“.

In den Niederlanden, so Geiger, seien die Räder aus dem ohnehin radbestimmten Stadtbild nicht wegzudenken. Und auch hallesche Studenten hatten bereits ihr Swapfiets-Erlebnis. „In unserer WG gab es Studenten aus aller Welt, die froh waren, ein Rad mieten zu können“, so Erasmus-Studentin Johanna, die ein Semester in Utrecht studiert hat. Zu Semester- und zugleich Miet-Ende wurden die Räder einfach wieder eingesammelt.

Im Unterschied zu den niederländischen Rädern haben die deutschen übrigens eine Sieben-Gang-Nabenschaltung - „weil es hier nicht so flach ist wie in Holland“, so Geiger. Ansonsten seien die Räder komplett ausgestattet: Nabendynamo, Trommelbremse vorn und das typisch holländische Doppelschloss.  (mz)

Eröffnung des Swapfiets-Stores am Donnerstag, 11. April, 18 Uhr, Große Ulrichstraße 44.