Nach Kritik an Elefantenzucht

Nach Kritik an Elefantenzucht: Wie Halles Zoo-Direktor auf „Tierrechtler“ antwortet

Halle (Saale) - Tamika und Ayo tollen in der Elefantenanlage des Bergzoos Halle herum und machen ihren Pflegern derzeit große Freude. Während Tausende Besucher und Zoofreunde froh über die beiden geglückten Elefantengeburten in diesem Jahr sind, wird der Protest von Zoo-Gegnern zur gleichen Zeit lauter. In Internetforen und per Emails wird scharfe Kritik an der gesamten Elefantenzucht in Halle ...

Von Alexander Schultz

Tamika und Ayo tollen in der Elefantenanlage des Bergzoos Halle herum und machen ihren Pflegern derzeit große Freude. Während Tausende Besucher und Zoofreunde froh über die beiden geglückten Elefantengeburten in diesem Jahr sind, wird der Protest von Zoo-Gegnern zur gleichen Zeit lauter. In Internetforen und per Emails wird scharfe Kritik an der gesamten Elefantenzucht in Halle geübt.

Die „Tierrechtler“, wie EndZoo, Aishu.de oder Upali.ch, werfen Zoos und Tierparks immer wieder Tierquälerei vor, in den vergangenen Monaten vor allem den Bergzoo in Halle. Die Rede ist von tierschutzwidriger Einzel-Gefangenschaftshaltung, falscher sozialer Zusammensetzung und Verhinderung von Verpaarung, was zu Verhaltensstörungen bei den Tieren führt.

„Von Tierquälerei zu sprechen ist dabei völlig überzogen.“

Halles Zoodirektor Dennis Müller sieht diese Anschuldigungen für haltlos. „Diese im Verhältnis zu Zoofreunden kleine Gruppe lehnt jegliche Form von Tierhaltung ab“, so Müller. „Von Tierquälerei zu sprechen ist dabei völlig überzogen.“

EndZoo schreibt unter anderem: „Die beiden Mütter Panya und Tana dürfen nicht zusammen und in den dauerhaften Direkt-Körperkontakt treten. Mutter Bibi darf nicht zu Tana oder ihre Tochter Panya in den dauerhaften Direkt-Körperkontakt treten. Bibi darf nicht zu Abu in den dauerhaften Direkt-Körperkontakt treten. Weil die Zoo-Gefangenschaft anscheinend eine Verpaarung verhindern will. Das sind unhaltbare Zustände und sind unserer Auffassung nach blanke Tierquälerei.“

Für Müller war die Trennung der Elefanten vor, während und nach den Geburten für den Schutz der Jungtiere unausweichlich gewesen. Dass dies nicht für alle Tiere optimal ist, verschweigt der Zoodirektor dabei nicht. „Ja, die Situation ist insbesondere für Leittier Bibi nicht gut, aber derzeit leider nicht zu ändern.“ So sei die Elefantenkuh, die ihre letzten beiden geborenen Elefantenbabys kurz nach der Geburt tötete, für die Jungtiere unberechenbar. „Dass wir die Tiere schweren Herzens getrennt haben, war daher eine gute und richtige Entscheidung.“ (mz)