Mitteldeutsche Fußballwoche für Toleranz

Mitteldeutsche Fußballwoche für Toleranz: HFC teilt Stadion-Areal mit RB-Kindern

Halle (Saale) - Die Fanszene des Halleschen FC ist in heller Aufregung. In Halle wird vom 20. bis 24. Juli ein Trainingscamp für junge Kicker groß aufgezogen. „Mitteldeutsche Fußballwoche für Toleranz“ heißt das Projekt offiziell. Angeschoben wurde die Veranstaltung durch den in Halle höchst umstrittenen Zweitligisten RB ...

Von Christoph Karpe 15.05.2015, 20:17

Die Fanszene des Halleschen FC ist in heller Aufregung. In Halle wird vom 20. bis 24. Juli ein Trainingscamp für junge Kicker groß aufgezogen. „Mitteldeutsche Fußballwoche für Toleranz“ heißt das Projekt offiziell. Angeschoben wurde die Veranstaltung durch den in Halle höchst umstrittenen Zweitligisten RB Leipzig.

Im Internet existiert seit März eine Online-Petition gegen dieses Camp. 3 956 Unterstützer hatte die bis Freitag. Und bei Heimspielen des HFC protestieren die Anhänger der Rot-Weißen mit Bannern vehement gegen das ihrer Meinung nach selbstherrliche RB-Scouting ausgerechnet in der Nachbarstadt.

Ausquartierung?

Jetzt kommt neue Schärfe in die Diskussion. Angeblich soll der HFC wegen der Veranstaltung komplett von seinem Gelände am Erdgas Sportpark ausquartiert werden. Und das ausgerechnet in der Woche vor dem Saisonstart der dritten Liga. Diesen Gerüchten baut Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand vor. „Die Interessen des Halleschen FC werden berücksichtigt. Es kommt zu keinen Kollisionen“, sagt Wiegand, der die Fußball-Woche zur Chefsache gemacht hatte. Hintergrund: Im März war es zu Gewaltdrohungen gekommen. Motor Halle, auf dessen Gelände das Camp zunächst stattfinden sollte, hatte die Veranstaltung daraufhin abgesagt. Das darf nicht sein, so Wiegand und seine Mitstreiter.

Trainingslager und Turnierspiele im Erdgas Sportpark

Das Trainingslager und Turnierspiele finden nun auch im Erdgas Sportpark statt. „Es ist ja ein kommunales und kein HFC-Stadion. Es steht also auch anderen Nutzern offen - so will es auch das Landesverwaltungsamt“, sagt Bernd Wiegand. Kinder und HFC-Spieler werden sich also zumindest hautnah begegnen. Gespielt wird auch auf anderen Plätzen der Stadt.

Interessant ist, dass HFC-Präsident Michael Schädlich noch nicht auf die Sportpark-Variante eingestellt ist. „Nach meinem Kenntnisstand wird auf unserem Gelände am Sandanger gespielt“, sagt er. Er verspricht dafür sogar Unterstützung. „Mir ist Kooperation lieber als Konfrontation.“ (mz)