Knapp 40 Beschäftigte im Arbeitskampf

Mitarbeiter von Portakabin in Halle gehen in Tarifstreik gegen Altersarmut

Warnstreik bei Portakabin im Zuge laufenden Verhandlungen.

Von Phillip Kampert
Beschäftigte von Portakabin beim Wanrstreik für mehr Lohn.
Beschäftigte von Portakabin beim Wanrstreik für mehr Lohn. Foto: Kampert

Halle (Saale)/MZ - Am Freitag rief die Gewerkschaft IG Metall die Beschäftigten der Portakabin Produktions GmbH in Halle zu einem Warnstreik auf. Kernforderungen der knapp 40 Beschäftigten in den laufenden Verhandlungen mit dem Arbeitgeber um den Haustarifvertrag sind ein Grundlohn von 13 Euro pro Stunde ab 2023 für Facharbeiter sowie ein fair gestaffeltes Entgeltsystem.

Mitarbeiter von Portakabin in Halle gehen in Tarifstreik gegen Altersarmut

„Wir fordern einen zeitgemäßen Tarifvertrag“, sagt Hans-Joachim Gerlach vom Betriebsrat. Das heißt zum einen, dass Gerlach die Verhandlungen bei Portakabin als Teil einer größeren Bewegung sieht: „Nur Tariflöhne sorgen langfristig für Fairness in Betrieben, das erkennt langsam auch die Bundesregierung.“ Zum anderen erkenne Gerlach eine konkrete Gefahr auf die Belegschaft zukommen: „Für viele von uns ist Altersarmut ein reales Thema.“

Martin Donat, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Halle-Dessau, ergänzt: „Altersarmut kommt von Erwerbsarmut. Eigentlich müsste man 14 Euro fordern.“ Bei Portakabin, wo beispielsweise Baustellencontainer hergestellt werden, arbeiten zusätzlich zur festen Belegschaft noch einmal etwa 40 Leiharbeiter, die zum Teil mehr verdienen als die fest angestellten. „Obwohl wir tariflich gute Arbeitszeiten verhandelt haben, würde deshalb nie jemand fest bei uns anfangen“, sagt Betriebsrat Gerlach.

Arbeitskampf: „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren!“

Donat erkennt darin eine Strategie von Arbeitgeberseite. Durch die Ungleichbehandlung von Lohnarbeitern und Belegschaft solle ein Keil zwischen die Arbeiter getrieben werden, so Donat. Ebenso durch „Spreizungen“ in den höheren Lohngruppen des geplanten Entgeltsystems. „Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren!“, hält Donat bei der Kundgebung zum Warnstreik rhetorisch dagegen.

Die Belegschaft scheint auf seiner Seite. Wenn die Position der Arbeitgeber dargelegt wird, schüttelt man mit den Köpfen, murmelt ungläubig mit dem Nachbar oder lacht gar höhnisch über die empfundene Unverschämtheit. Der Gegenvorschlag der Arbeitgebener zu den geforderten 13 Euro, der im Raum steht, ist ein Tariflohn von 12,85 Euro. Die Belegschaft macht klar, dass ihr das nicht reicht.