Moritzburg

Kunstmuseum Halle zieht positive Bilanz nach schwierigem Jahr

2021 war das Museum für viele Monate geschlossen - erst wegen Corona, dann wegen Umbauarbeiten. Indes wurde die Digitalisierung weiter vorangetrieben.

Von Denny Kleindienst 07.01.2022, 06:00
Die Ausstellung "Sittes Welt" im Kunstmuseum Moritzburg ist bis Anfang Februar verlängert worden.
Die Ausstellung "Sittes Welt" im Kunstmuseum Moritzburg ist bis Anfang Februar verlängert worden. Jan Woitas

Halle/MZ - Trotz der coronabedingten Schließzeit von fünf Monaten bis Ende Mai und einer Umbauphase von fast zwei Monaten im Spätsommer zieht das Kunstmuseum Moritzburg eine positive Bilanz für das Jahr 2021. Insgesamt seien 30.000 Besucherinnen und Besucher im Museum begrüßt worden. Das entspreche etwa der Hälfte des jährlichen Vor-Corona-Durchschnitts ohne Schließungen und derart aufwendige Umbauten.

Laut Pressesprecherin Katrin Greiner gab es rund 160 öffentliche Führungen. Bei 20 Online-Führungen konnten über 200 Teilnehmende registriert werden. Überhaupt habe das Museum sein digitales Angebot im letzten Jahr weiter ausgebaut. Mittlerweile sind die Ausstellungsbereiche mit Kunst vom 16. bis 20. Jahrhundert aus den Sammlungsbeständen in virtuellen Rundgängen über die Museumswebsite begehbar. In Kürze soll noch der letzte fehlende Abschnitt zur sakralen Kunst von Mittelalter bis Barock folgen. Dazu gibt es frei abrufbare Audioguides. Der Museumsblog ist auf rund 150 Beiträge angewachsen und offeriert Informationen zu Künstlerinnen und Künstlern, Sammlungsobjekten, Restaurierungen und Blicke hinter die Kulissen des Landeskunstmuseums.

Nach dem Lockdown waren Präsenzveranstaltungen kaum gefragt

Eine Herausforderung für das Museum sei die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen in Präsenz gewesen, die immer wieder an die sich verändernden Vorschriften angepasst werden mussten. „Zudem war der Zuspruch des Publikums zu Präsenzveranstaltungen nach Ende des Lockdowns zunächst sehr verhalten“, erklärt die Pressesprecherin.

Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich erklärt: „Das vergangene Jahr war wie bereits 2020 für alle Bürgerinnen und Bürger nicht leicht. Auch Kunst und Kultur haben die coronabedingten Einschränkungen schmerzhaft gespürt. Ein Museum kann als kulturelle Bildungs- und Vermittlungseinrichtung seinen Auftrag nicht erfüllen, wenn es nicht zugänglich ist. Kultur ist keine Freizeitbeschäftigung, sondern ein integrativer Teil unseres gesellschaftlichen Diskurses. Umso schmerzhafter waren und sind Schließungen und Absagen und umso intensiver suchen wir immer wieder nach Alternativen.“ Die Hoffnung sei, dass 2022 wieder möglichst viele Menschen ohne Einschränkungen ins Museum kommen können. Besonders freut sich der Museumsdirektor daher über den regen Zuspruch für die Sitte-Retrospektive.

Die Sonderausstellung „Sittes Welt. Willi Sitte: Die Retrospektive“ zählte nach Auskunft des Kunstmuseums bis Ende letzten Jahres knapp 20.000 Besucher und wurde deshalb bis zum 6. Februar 2022 verlängert. Ab April folgen dann drei Ausstellungen zur modernen Bildhauerkunst.