Kommentar zum Projekt „Saalegarten“

Kommentar zum Projekt „Saalegarten“: Eine Chance für das Viertel

Halle (Saale) - Kontroverse Diskussionen sind nicht schädlich, sondern zumeist hilfreich, solange sie konstruktiv bleiben. Dass Anwohner anhand erster Informationen skeptisch sind und Kritik an den Plänen für den Saalegarten üben, dazu auch eine Online-Petition starten, ist natürlich ihr gutes Recht. Unstrittig ist der Zustand von Halles größter und bitterster ...

Von Dirk Skrzypczak
Die Tage für das Sportparadies sind gezählt. In Kürze soll der Abriss der Rohbauten beginnen. So viele Werkstoffe wie möglich sollen recycelt werden.

Kontroverse Diskussionen sind nicht schädlich, sondern zumeist hilfreich, solange sie konstruktiv bleiben. Dass Anwohner anhand erster Informationen skeptisch sind und Kritik an den Plänen für den Saalegarten üben, dazu auch eine Online-Petition starten, ist natürlich ihr gutes Recht. Unstrittig ist der Zustand von Halles größter und bitterster Pleitebaustelle.

Der Sportparadies-Investor hatte im Herbst vergangenen Jahres endgültig aufgegeben. Schon heute ist der Rohbau dem Vandalismus ausgesetzt. Ohne einen neuen Plan für das Grundstück droht der Stadt eine Investruine, ein Schandfleck. Insofern ist die Vision vom „Saalegarten“ ein Glücksfall und eine Option, das gesamte Wohnviertel aufzuwerten. Halle ist längst reif für Großprojekte dieser Art.

Investoren entdecken die Stadt für sich und schielen nicht mehr nur nach Leipzig. Das schürt natürlich die Angst, dass sich beim Thema Wohnen die Schere zwischen arm und reich weiter auseinanderbewegt. Der „Saalegarten“ soll hingegen auch auf das Umfeld ausstrahlen. Mit einem Teil an Wohnungen, die sich auch einfache Leute leisten können sollen. Sind das keine leeren Versprechungen, dann hat das Projekt eine Chance verdient.

›› Den Autor erreichen Sie unter: dirk.skrzypczak@mz.de