Ex-Stadtrat von Halle

Karamba Diaby, Ex-Stadtrat von Halle, bekommt eine rassistische Postkarte.

Halle (Saale) - Wegen einer Postkarte mit rassistischem Inhalt hat der SPD-Bundestagsabgeordnete und Ex-Stadtrat von Halle Karamba Diaby den Verfassungsschutz eingeschaltet. Der Politiker mit senegalesischen Wurzeln wird mit der Karte einer rechtsextremen Vereinigung unter anderem aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Sowohl an die Adresse von Diabys Wahlkreisbüros als auch an seine Wohnadresse in Halle wurde die Karte geschickt.

19.04.2016, 14:30

Wegen einer Postkarte mit rassistischem Inhalt hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby den Verfassungsschutz eingeschaltet. Der Politiker mit senegalesischen Wurzeln wird mit der Karte einer rechtsextremen Vereinigung unter anderem aufgefordert, Deutschland zu verlassen. Sowohl an die Adresse von Diabys Wahlkreisbüros als auch an seine Wohnadresse in Halle wurde die Karte geschickt.

„Das ist erschreckend, dass man nicht einmal in seinem Privatumfeld sicher ist“, sagt Diaby, der häufiger Hass-Mails und Hetz-Briefe erhält, in denen er wegen seiner Hautfarbe und seines Engagements für Migranten beleidigt wird - nun aber erstmals an seine private Adresse. Der 54-Jährige hofft nun auf Ergebnisse der Ermittlungen des Staatsschutzes. Die Absender-Organisation steht bereits unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes mehrerer Bundesländer.
In den sozialen Netzwerken erhielt der Politiker jedoch so viel Resonanz wie noch nie. „Lassen Sie sich nicht unterkriegen“ oder „Herr Abgeordneter, ich bin froh, dass Sie mein Mitbürger sind und dankbar, dass Sie dieses Land aktiv mitgestalten“ schreiben die Leser - ebenso wie „unfassbar“, „erschreckend“ und „einfach nur widerlich“. Für die solidarischen Kommentare ist Diaby dankbar: „Es ist ermutigend, dass es eine erwachsene, mündige Gesellschaft von Demokraten gibt, die sagen: so nicht!“

Insgesamt 48.000 Nutzer hätten, so Diaby, seinen Beitrag in den sozialen Netzwerken gelesen, hundertfach wurde er geteilt. Offenbar ist der Politiker der einzige in seinem Umfeld, der eine solche Postkarte erhalten hat - zumindest habe er dies nicht von anderen gehört. „Vielleicht hilft ja das Zusenden von Bildungsmaterial“, meint Diaby - schließlich hat die rechtsextreme Organisation immerhin ihre Adresse auf der Postkarte hinterlassen. (mz)