Nach Absturz-Drama

Juliane Noack verunglückte beim Absturz der Germanwings-Maschine im Jahr 2015 - eine Kunststiftung zeigt jetzt ihr Lebenswerk

Halle (Saale) - Das Lebenswerk einer Künstlerin zu zeigen, die nur gut zehn Jahre Werke geschaffen hat, ist ungewöhnlich. Doch das Leben der damals 30-jährigen Hallenserin Juliane Noack endete tragisch am 24. März 2015 - sie starb beim Absturz des Germanwings-Flugzeugs in den französischen Alpen. Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt, deren Stipendiatin Juliane Noack war, erinnert seit Samstag mit der Ausstellung „Das Tier im Blick“ an die begabte Absolventin der Kunsthochschule Burg ...

Von Silvia Zöller

Das Lebenswerk einer Künstlerin zu zeigen, die nur gut zehn Jahre Werke geschaffen hat, ist ungewöhnlich. Doch das Leben der damals 30-jährigen Hallenserin Juliane Noack endete tragisch am 24. März 2015 - sie starb beim Absturz des Germanwings-Flugzeugs in den französischen Alpen. Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt, deren Stipendiatin Juliane Noack war, erinnert seit Samstag mit der Ausstellung „Das Tier im Blick“ an die begabte Absolventin der Kunsthochschule Burg Giebichenstein.

Kunstaustellung in Gedenken an Juliane Noack

Tiere - als gefaltete Masken aus Kupferblech, als überdimensionierte Ringe oder Ketten - stehen im Mittelpunkt des Werks. Zahlreiche Leihgaben haben die Eltern von Juliane Noack beigesteuert, die auch bei der Eröffnung dabei waren. Und doch ist diese Ausstellung mehr als nur das Präsentieren von ungewöhnlicher Kunst. „Die Tragik des Todes von Juliane Noack hat ihre Angehörigen und den Freundeskreis, eine ganze Stadt und ein ganzes Land erschüttert“, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in seiner Eröffnungsrede. Mit der Ausstellung stehe man den Trauernden bei Seite. Und nicht nur damit: Das Land fördere auch den Aufbau einer Juliane-Noack-Stiftung zur Unterstützung junger Künstler.

Fleischer-Verein mit symbolträchtiger Unterstützung

Und auch mit einer weiteren symbolträchtigen Aktion soll die Botschaft von Juliane Noack mit Leben erfüllt werden. Als Mitgründerin des Vereins Hr. Fleischer, die das gleichnamige Kiosk am Reileck mit Kunstaktionen reanimiert hat, postulierte Juliane Noack: „Ich nehm’ mir den Raum, den ich brauche.“ Und so okkupieren fünf Mitglieder des Fleischer-Vereins ab Montag die Räume der Kunststiftung und auch den Garten. Fünf Hühner werden dort bis zum Ende der Ausstellung am 3. Oktober fleißig Eier legen, die von Besuchern zu Soleiern eingelegt werden und gemeinsam Mittwochs und Sonntags ab 18.00 Uhr in der Kunststiftung am Neuwerk 11 verspeist werden. Auftakt ist am Montag, 12. September, um 18.00 Uhr.

Geöffnet ist die Ausstellung am Neuwerk 11 mittwochs bis sonntags und feiertags von 14.00 bis 18.00 Uhr. (mz)