Hilfe und Unterstützung nach Anschlag von Halle

Jüdische Gemeinde in Halle zeichnet städtische Kliniken und Künstlerin für Toleranz aus

Die Jüdische Gemeinde vergibt den Fackenheim-Preis an die Krankenhäuser St. Elisabeth & St. Barbara sowie die Künstlerin Lidia Edel.

24.09.2021, 09:30
Das Krankenhaus St. Elisabeth wurde unter anderem von der  Jüdischen Gemeinde in Halle für ihr Engagement nach dem Anschlag von Halle ausgezeichnet.
Das Krankenhaus St. Elisabeth wurde unter anderem von der Jüdischen Gemeinde in Halle für ihr Engagement nach dem Anschlag von Halle ausgezeichnet. (Foto: Krankenhaus)

Halle (Saale)/MZ/Nay - Die Jüdische Gemeinde zu Halle ehrt das Krankenhaus St. Elisabeth & St. Barbara sowie die Künstlerin Lidia Edel mit dem Emil-L.-Fackenheim-Preis. Es ist das siebte Mal seit dem Jahr 2003, dass die Gemeinde die Auszeichnung vergibt, sie ist mit 2.000 Euro dotiert und wird für Toleranz und Verständigung vergeben. In einer Pressemitteilung erklärt die Gemeinde, dass der Repräsentantenausschuss die beiden Preisträger 2021 einstimmig beschlossen habe.

Jüdische Gemeinde in Halle zeichnet städtische Kliniken und Künstlerin für Toleranz aus

Das Team des Krankenhauses habe unmittelbar nach dem antisemitischen Mordanschlag am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, 9. Oktober 2019, auf die Synagoge die Überlebenden „barmherzig und freimütig in Obhut genommen und ihnen wichtige seelische Unterstützung geboten“, wie die Gemeinde mitteilt. Die junge Künstlerin Lidia Edel hat für die Opfer des Anschlages ein Denkmal mit dem Namen „neun-zehn-neunzehn“ entworfen und vor der Synagoge errichtet. Edel und das Krankenhaus erhalten nun jeweils die Hälfte des Preisgeldes. Die feierliche Verleihung soll am 7. Oktober stattfinden.

Der Namensgeber des Preises, Rabbiner Emil Ludwig Fackenheim, wurde 1916 in Halle geboren. Er studierte an der Universität Halle, ehe er 1938 verhaftet wurde. Ihm gelang die Flucht nach Schottland und später nach Kanada, wo er bis 1981 als Professor lehrte. 2003 starb er in Jerusalem, hatte sich aber kurz vor seinem Tod noch bereiterklärt, dem Preis der Jüdischen Gemeinde zu Halle seinen Namen zu geben.