Jan Günther und Matthias Maurer

Jan Günther und Matthias Maurer : Wenn sich ein Rockmusiker und ein Anwalt zusammentun

Halle (Saale) - Treffen sich ein Rockmusiker und ein Rechtsanwalt - könnte Ärger bedeuten. Oder den Beginn eines einmaligen Musik-Duos.

Von Sandy Schulze

Zwei Richtige: Beim Lotto ist das zwar ein undankbarer Reinfall, aber in der Musik eine Kombination, die viel Potenzial nach oben verspricht, findet Matthias Maurer. Und deswegen war der perfekte Name für das gemeinsame Bandprojekt mit Jan Günther schnell gefunden.

Rechtsanwalt Maurer trifft auf Rockmusiker Günther. Der eine trägt Anzug und Krawatte, der andere Schlabberhemd und zerrissene Hose. Einer ist Präsident der „Felix Graf von Luckner Gesellschaft“, der andere Gitarrist für Cover-Songs von den Rolling Stones. „Zwei Richtige“ - Moment mal, waren das wirklich diese Beiden?

Als Jugendliche haben sie die Vorteile genutzt

Wenn daran Zweifel aufkommen, dann nur nur so lange, bis sie gemeinsam am Tisch sitzen und aus ihrer Vergangenheit erzählen, die bis zu ihrer Grundschulzeit in Trotha zurückreicht. Als Jugendliche haben sie die Vorteile genutzt Wand an Wand zu wohnen, sagt Jan Günther. „Drei Mal klopfen hieß, dass wir uns am Fenster verabreden: Wollen wir noch was Trinken gehen?“

Später ging jeder seines eigenen Weges, trafen sich in ihren Zwanzigern wieder, haben Familien gegründet und sich jetzt entschlossen, gemeinsame Sache mit einer Band zu machen. „Wir wollten nicht mit 70 nebeneinander auf der Parkbank sitzen und wehmütig darüber philosophieren, was alles hätte passieren können,“ erklärt Jan Günther, der seit vielen Jahren Band-Erfahrung mit „Nervous Breakdown“ hat.

Erstes professionell produziertes Musikvideo gedreht

Im Sommer hat das Duo sein erstes professionell produziertes Musikvideo gedreht. „Beim Dreh saßen wir in einer Pause Draußen und dachten: Stell dir vor, damit tatsächlich dein Geld zu verdienen“, so Matthias Maurer. Für „Freie Fahrt (... für freie Bürger)“ haben sich die beiden Musiker auch von Klassikern inspirieren lassen, mit Anspielungen auf Videos von Bob Dylan, Genesis und Queen. Sie wollen Diskussionsstoff liefern, aber ohne Berührungsängste, sich selbst auch auf die Schippe zu nehmen.

Ihre Musik soll Spaß machen - und als Ohrwurm hängen bleiben. „Unser Produzent hat das Lied im Treppenhaus vor sich hingepfiffen und uns gefragt: Warum bekomme ich dieses Lied nicht aus dem Kopf?“, sagt Jan Günther. Auch Matthias Maurer kennt den mitreißenden Effekt auf seine Umgebung: „Unsere Kinder pfeifen den Song auch. Meine Mutter wird 86 und hört das Lied, ihre Freundinnen auch.“

Jan Günther und Matthias Maurer sind jetzt 49 und 47 Jahre alt

Jan Günther und Matthias Maurer sind jetzt 49 und 47 Jahre alt, ihre Vorstellung vom Leben mit der Musik hängt nicht von Berühmtheit oder Reichtum ab, sondern davon, sich ein gewissen Lebensgefühl leisten zu können. Entspannt das tun zu können, was ihnen Spaß macht: Zusammen Gitarre spielen, Liedtexte schreiben, an der Akustik zu schrauben.

Ein bloßes Hobby soll „Zwei Richtige“ nicht bleiben. Die Freunde sind ambitioniert, ihre Band zum Erfolg zu bringen und in ihrem derzeitigen Berufsleben Abstriche zu machen. Deshalb arbeiten sie regelmäßig an neuen Liedern. Tempobeschränkung auf der Autobahn ist ein Aufreger: „Aber der nächste Song wird noch kontroverser“, verspricht Matthias Maurer.

Weitere Informationen und das Musikvideo: www.zwei-richtige.de