In sieben Jahren durch 70 Länder

In sieben Jahren durch 70 Länder: Extremsportler macht Station in Halle

Halle (Saale) - Extremsportler Norman Bücher möchte innerhalb von sieben Jahren durch 70 Länder laufen und Kindern eine Stimme geben. Eine Station: Die Saalestadt.

Von Maximilian Mühlens 17.10.2018, 09:30

Sein rechtes Knie hat Norman Bücher am Dienstagabend mit blauen Tape-Band abgeklebt. Es schmerzt. Die letzten Tage machen sich bemerkbar. Gerade ist er in Halle angekommen - zu Fuß. „Das waren heute etwas mehr als 50 Kilometer, die ich gelaufen bin“, so Extremsportler Bücher.

Im Rahmen des Jugendprojekts „7 Continents“ sammelt Bücher nun sieben Jahre lang die Ansichten und Erwartungen von Jugendlichen weltweit und übergibt sie am Ende der Tour bei der 79. UN-Generalversammlung in New York an die Vertretung der Weltgemeinschaft - so das Ziel für 2024. Bislang hat er schon mehr als 1.000 Stimmen gesammelt.

Startschuss für Büchers Mammut-Projekt fiel am 4. Oktober

Der Startschuss für Büchers Mammut-Projekt fiel am 4. Oktober am Europaparlament in Straßburg. Innerhalb von 17 Tagen will der 40-Jährige nun zum Brandenburger Tor laufen - am 20. Oktober möchte er sein Ziel erreichen. Seine Tour führte ihn bislang schon nach Sinsheim, Tauberbischofsheim, Würzburg und Weimar. Am Dienstag dann schließlich nach Halle. Der Familienvater hat die gesamte Tour zuvor mit einer speziellen Handy-Applikation geplant.

„Junge Menschen sind unsere Zukunft und haben ein Recht gehört zu werden. Ich möchte ihre persönlichen Botschaften in die Welt tragen und ihnen mit der Tour eine öffentliche Stimme verleihen“, so Bücher. Dafür wird der Abenteurer mehr als 20.000 Kilometer zurücklegen und rund 70 Länder besuchen. Immer mit dabei bei seiner ungewöhnlichen Reise: ein großes auffälliges Mikrofon und eine Kamera. Mit dem Equipment dokumentiert Bücher oder ein Mitglied seines Teams, das ihn begleitet, Eindrücke und Begegnungen.

Extremsportler in Halle: „Wir sind insgesamt sieben bis acht Leute im Team“

„Wir sind insgesamt sieben bis acht Leute im Team“, erzählt er. Darunter ist ein Fotograf, ein Kameramann und auch jemand, der für Bücher kocht. Während der gesamten Reise möchte Bücher mehr als 700 Vorträge halten - überwiegend in Schulen, um mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen. „In Halle haben wir es leider nicht hinbekommen einen Termin zu vereinbaren, was wir sehr schade finden“, erklärt Büchers Pressesprecher Martin Schläfke. Für die Termine vor Ort würde das Team mit dem Lions Club kooperieren, die als Sponsor des Projekts „7 Continents“ auftreten.

In Halle gibt es insgesamt fünf Lions-Clubs. Beim Lions Club „August Hermann Francke“ wusste man von dem Projekt nichts. „Ich höre davon zum ersten Mal“, sagte Club-Pressesprecher Olaf Kreße der MZ. „Das ist auch sehr schade, weil gerade ein solches Projekt gut zu unserem Lions Club gepasst hätte“, so Kreße. Er vermutet, dass es vielleicht ein Kommunikationsproblem gab, weil der Club in viele unterschiedliche Distrikte unterteilt ist.

Täglich möchte Extremsportler zwischen 40 und 60 Kilometer zurücklegen

„Täglich möchte Norman zwischen 40 und 60 Kilometer zurücklegen, das ist mehr als ein normaler Marathon, der rund 42,195 Kilometer lang ist“, so Schläfke. Bücher joggt die Strecke allerdings nicht all zu schnell. „Es geht nicht um die Geschwindigkeit, er muss sich seine Kräfte einteilen“, so Schläfke. Die Tour von Straßburg nach Berlin bezeichnet Bücher selbst als „Kick-Off“-Veranstaltung - es ist sozusagen die Generalprobe vor dem ersten großen internationalen Lauf. „Die erste Etappe geht 2019 dann von Berlin nach Istanbul - das sind mehr als 2.500 Kilometer“, erklärt Bücher der MZ.

Extrem lange Strecken ist Norman Bücher gewohnt. Beispielsweise hat er zu Fuß die Atacama-Wüste in Chile durchquert und ist 265 Kilometer nonstop durch das Königreich Bhutan gelaufen. Auch 600 Kilometer durch die Wüste Gobi ist er schon gelaufen. Am Mittwoch geht es für Bücher erstmal nach Dessau weiter. (mz)