Rückblick

Im September hat sich Halle auf die Einheits-Expo vorbereitet

Freiluftschau lockt Besucher ins Zentrum

10.01.2022, 12:00
Erste Vorboten der Einheits-Expo auf dem Marktplatz: Aus der Vogelperspektive bot sich beim Aufbau im September ein interessantes Licht-Schatten-Spiel.
Erste Vorboten der Einheits-Expo auf dem Marktplatz: Aus der Vogelperspektive bot sich beim Aufbau im September ein interessantes Licht-Schatten-Spiel. Foto: Steffen Schellhorn

Halle (Saale)/MZ - - Was hätte man nicht alles daraus machen können! Aber je näher der Termin für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit rückte, die Halle 2021 ausrichten sollte, umso klarer wurde: Ein großes Fest würde es wegen der Pandemie nicht geben. Stattdessen fiel die Entscheidung, mit Schwerpunkt auf dem Marktplatz ohne Volksfest eine große Ausstellung aufzubauen. In sogenannten Cubes (englisch für Würfel), auf großen Leinwänden und auf Schautafeln konnten Besucher von Halle aus einen Blick in die deutschen Bundesländer werfen. Eröffnungstag der Freiluftschau war der 18. September.

Das Konzept kam bei vielen Besuchern an, stieß aber auch auf Kritik. So mancher fragte sich, warum ganz in der Nähe, in Merseburg, zur selben Zeit groß das Domjubiläum gefeiert werden konnte, in Halle die große Sause aber ausfiel. Keine Chance für die Saalestadt, war dazu aus der Magdeburger Staatskanzlei zu erfahren: Beide Veranstaltungen seien nicht vergleichbar, hieß es. Man müsse auf Nummer sicher gehen und eine Form finden, die unabhängig von der Corona-Inzidenz funktioniert. Man wolle verhindern, dass Halle in der Nachbetrachtung als „Superspreader“ Schlagzeilen macht, sagte Staatsminister Rainer Robra (CDU) bei einem Besuch der Saalestadt schon einmal vorbeugend, dass sich die öffentliche Enttäuschung in Grenzen halten sollte.

Die Hallenser fanden sich ab, und so manchen zog die Einheitsausstellung nicht nur einmal auf Markt und Hallmarkt. Dort konnte man übrigens Einblicke gewinnen, wie die deutschen Verfassungsorgane arbeiten.

Für die Schau mussten allerdings die Markthändler weichen. Stände gab es nun in der Rathausstraße oder am Eselsbrunnen. Besonders zufrieden waren die Händler damit nicht und berichteten von deutlichen Einbußen, weil Kundschaft wegblieb.

Viereinhalb Kilometer legte zurück, wer zur Einheits-Expo die gesamte Ausstellung besichtigte. Der Aufbau stellte die damit beauftragte Leipziger Firma vor einige Herausforderungen. „Halle ist wie ein Gebirge“, sagte Teamleiter Tino Hampel der MZ. Bis zu 40 Zentimeter habe man zum Beispiel auf dem Marktplatz ausgleichen müssen, dass die Ausstellungs-Cubes gerade standen. Die stammten übrigens aus belgischer Produktion. Eigentlich waren die vollverglasten Quader als Seecontainer gedacht.