Besondere Einblicke

Hoch hinaus aufs Stadtbad? Was der Tag des offenen Denkmals in Halle bietet

Zum Tag des offenen Denkmals gewähren viele Einrichtungen wieder besondere Einblicke. Zudem ist nun eine ganz spezielle Tour durch Halle möglich.

Von Annette Herold-Stolze
Hingucker: Zum Denkmalstag lockt das Stadt virtuell durchs ganze Haus und real auf den Turm.
Hingucker: Zum Denkmalstag lockt das Stadt virtuell durchs ganze Haus und real auf den Turm. (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale)/MZ - Im vergangenen Jahr waren die Touren nur virtuell möglich. An diesem Sonntag, 12. September, können sich Architektur- und Geschichtsfreunde wieder auf eine reale Tour durch Halle begeben. 22 Veranstaltungen in der ganzen Stadt sind allein auf der zentralen Internetseite zum einst von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ins Leben gerufenen Tag des offenen Denkmals angegeben. Das Motto in diesem Jahr: „Sein und Schein“.

Da öffnet nicht nur Deutschlands ältestes Kinderkrankenhaus in den Franckeschen Stiftungen seine Türen. In der Moritzkirche wird eine virtuelle Orgelführung live ins Kirchenschiff übertragen. Höchst selten möglich sind auch Ausblicke über Halle vom Turm des Stadtbades aus. Für die Turmführungen braucht man festes Schuhwerk und muss sich bis Sonnabend im Stadtbad anmelden (Tel. 0345/58173900). Den Turm gibt es künftig übrigens auch für zu Hause: als Bienenwachskerze. In einer auf einhundert Stück limitieren Edition wird das Modell nur im Stadtbad verkauft. Der Stadtbad-Förderverein verweist zugleich auf seinen gerade vorgestellten virtuellen Rundgang, bei dem Interessierte den Bau auf eigene Faust am Bildschirm erkunden können (www.zukunftstadtbadhalle.de).

An die frische Luft

An die frische Luft lockt indes der Förderverein „Park Dieskau“, der sich seit Jahren um die Restaurierung des Parks müht: Um 15 Uhr beginnt am Sonntag eine Führung durch die Ende des 18. Jahrhunderts geschaffene Anlage. Ebenfalls ins Freie geht es bei der Wohnungsgenossenschaft Frohe Zukunft, genauer gesagt an die Bodeninstallation „Grabungsstädte“ in der Erich-Kästner-Straße, Silberhöhe. Die 2005 geschaffene, 432 Quadratmeter große begehbare Skulptur ist der Betonabguss einer Plattenbauwohnung des Bautyps P2 - wieder möbliert mit Möbeln aus Beton. In einem Gespräch erwägen Publikum, Künstlerin Dagmar Schmidt und Bildhauer Andreas Freyer ab 14 Uhr Fragen zu Wirklichkeiten und Wahrnehmungen, Erfahrungen und Träumen. Es geht um ein Projekt für die Silberhöhe als Museum im Freien mit der Grabungsstädte als Ausgangs- und Zielort.

Josephine Scholz von der Touristinformation (rechts) und Denise Vopel vom Landesverwaltungsamt blicken in den Denkmalsflyer.
Josephine Scholz von der Touristinformation (rechts) und Denise Vopel vom Landesverwaltungsamt blicken in den Denkmalsflyer.
(Foto: Annette Herold-Stolze)

Ein Gebäude mit viel Vergangenheit, das nach und nach saniert wird, lädt ebenfalls am Denkmalstag ein: Der Verein Volkspark Halle bietet ab 16.30 Uhr eine Führung durch das 1907 eröffnete Haus an.

An 15 Stationen führt der Denkmal-Spaziergang

Halleschen Denkmälern, die zu den weniger bekannten Adressen der Stadt gehören, widmet sich indes eine Initiative der Oberen Denkmalschutzbehörde, die zum Landesverwaltungsamt gehört. Die Behörde hat einen Stadtspaziergang entwickelt, bei dem man diesen Teil altes Halle auf eigene Faust erkunden kann - am Denkmals- wie an jedem anderen Tag. Verfügbar ist er online, kann aber auch mit Orientierungshilfe durch einen Flyer absolviert werden. Denise Vopel vom Landesverwaltungsamt übergab am Freitag die ersten 250 Flyer an die Touristinformation, wo sie ab sofort verfügbar sind.

An 15 Stationen führt der Denkmal-Spaziergang, auch an Orte, für die dringend eine neue Nutzung gesucht wird. Die Villa Lehmann in der Burgstraße 46 gehört ebenso dazu wie die Neumühle am Mühlgraben. Andernorts tut sich längt etwas: an der Papierfabrik Kröllwitz zum Beispiel, in der jetzt Wohnungen entstehen.

Weitere Infos im Internet unter: www.tag-des-offenen-denkmals.de und lvwa.sachsen-anhalt.de