Handwerk im Aufwind

Handwerk im Aufwind: Vor allem das Baugewerbe hat hohe Auslastung

Halle (Saae) - Für die Handwerker im Gebiet der Handwerkskammer Halle läuft es auch im dritten Quartal des Jahres super: „Insbesondere das Baugewerbe floriert. Die Auftragsreichweiten sind weiter gestiegen“, betonte Kammerpräsident Thomas Keindorf in einer Mitteilung. Die schwache Industriekonjunktur in Deutschland habe bisher kaum Auswirkungen im ...

Von Silvia Zöller 29.10.2019, 14:15

Für die Handwerker im Gebiet der Handwerkskammer Halle läuft es auch im dritten Quartal des Jahres super: „Insbesondere das Baugewerbe floriert. Die Auftragsreichweiten sind weiter gestiegen“, betonte Kammerpräsident Thomas Keindorf in einer Mitteilung. Die schwache Industriekonjunktur in Deutschland habe bisher kaum Auswirkungen im Kammerbezirk.

56 Prozent der Geschäftsinhaber bewerten ihre Lage als gut, nur sieben Prozent sagen, dass sie schlecht ist. Zu dem Gewerk mit den meisten Aufträgen zählt derzeit der Bau, wo die Betriebe zu 90 Prozent ausgelastet sind, hatte die Umfrage unter den Betrieben ergeben.

Rund 71.500 Beschäftigte gibt es im Bereich der Handwerkskammer

Das bedeutet für die Auftraggeber aber auch warten: Und zwar bis zu 10,5 Wochen. Im Vorquartal lagen die Wartezeiten noch bei nur etwas über acht Wochen. Rund 71.500 Beschäftigte gibt es im Bereich der Handwerkskammer, in der rund 13.600 Betriebe zusammengeschlossen sind. Das sind 49 Betriebe weniger als im zweiten Quartal 2019. Auf Jahressicht gibt es 230, beziehungsweise 1,7 Prozent weniger Betriebe, wird im Quartalsbericht hochgerechnet.

Der rückläufige Tendenz sei noch ungebrochen, da auch seine Ursachen unverändert wirksam seien: eine geringe Attraktivität von Selbstständigkeit, die demografische Entwicklung und der anhaltende Trend zu universitärer statt zu beruflicher Ausbildung, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Für die Zukunft hofft Keindorf auf rund 2.075 neue Handwerksbetriebe

Interessant ist auch die Verteilung der Handwerke im Kammerbezirk. Mit 1.270 in die Handwerksrolle eingetragenen Betrieben sind Fliesen-, Platten - und Mosaikleger die häufigsten. Auf Platz zwei landen die Friseure mit 1.014 Betrieben, erst danach folgen die Kfz-Techniker (938) und Maurer (855).

Für die Zukunft hofft Keindorf auf rund 2.075 neue Handwerksbetriebe - denn die Bundesregierung will für voraussichtlich zwölf Berufe die Meisterpflicht wieder einführen. Unter anderem soll es für Raumausstatter, Parkettleger oder Rolladentechniker gelten. Bereits eingetragene Betriebe erhalten Bestandsschutz. (mz)