Gedenken an NS-Opfer

Halles Osten bekommt neue Stolpersteine

20.09.2021, 10:33 • Aktualisiert: 14.10.2021, 11:35
Martin und Stephanie Feuchtwanger
Martin und Stephanie Feuchtwanger (Foto: Anne Kupke, Zeit-Geschichte(n) e.V.)

Halle (Saale)/MZ/KPA - Erneut wurden vom Zeitgeschichten-Verein Stolpersteine verlegt, die an das Schicksal verfolgter und deportierter jüdischer Mitbürger erinnern. Mit einem am Samstag gesetzten Stein in der Fritz-Hoffmann-Straße 37 (Werderstraße 36) wird des Ehepaares Martin und Stephanie Feuchtwanger geb. Cahn gedacht.

Halles Osten bekommt neue Stolpersteine

Martin Feuchtwanger, 1886 in München geboren, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Nationalökonomie in München und Berlin, wo zeitgleich auch sein später berühmt gewordener Bruder Lion studierte. Martin Feuchtwanger erhielt eine Anstellung bei der Saalezeitung in Halle und arbeitete als Theaterkritiker und Feuilletonredakteur.

Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 drohte Feuchtwanger die Verhaftung - er floh nach Prag und musste seinen Verlag zwangsweise an das NSDAP-Mitglied Maximilian A. Klieber verkaufen. Den Verkaufserlös bekam er nicht ausbezahlt. 1939 gelang ihm die Überfahrt nach Palästina. 1952 starb er 65-jährig in Tel Aviv.