Halles neues Eingangstor am Riebeckplatz

Halles neues Eingangstor am Riebeckplatz: Diese Mieter hat die HWG im Auge

Halle (Saale) - HWG-Geschäftsführer Jürgen Marx erklärt, wie es mit dem Bau des Wohn- und Geschäftshauses weitergeht und wen er als Mieter im Auge hat.

Von Dirk Skrzypczak 25.06.2018, 06:07

Der Kontrast zwischen beiden Baustellen am oberen Ende der Leipziger Straße könnte größer nicht sein. Auch am Freitagnachmittag lärmen die Maschinen auf dem Grundstück des künftigen Hotels der Novum Group. Das Gebäude mit seinen geplanten 186 Zimmern wächst. Doch nebenan, auf der Baustelle der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG), klafft ein großes Loch. Arbeiter sind nicht zu sehen.

Alles in Ordnung bei der HWG? „Auch wir bekommen Anfragen. Ich kann die Leute beruhigen. Wir sind im Plan und wollen 2019 fertig werden“, sagt HWG-Geschäftsführer Jürgen Marx. Das 20 Millionen Euro teure Wohn- und Geschäftshaus mit seinen zehn Etagen und einer Höhe von 32 Metern ist das größte Neubau-Einzelprojekt der HWG seit der politischen Wende.

HWG-Plan für Riebeckplatz in Halle seit 2013

Und es ist eine Investition mit einem langen Vorlauf. Bereits 2013 hatte die HWG einen Architektenwettbewerb gestartet. Gewonnen hatte das Planungsbüro „Junk und Reich“ aus Weimar. Danach zog sich das behördliche Genehmigungsverfahren hin. Und jetzt sind es die Örtlichkeiten, die den eigentlichen Baustart verzögern. „Wir mussten die Nachbargebäude sichern, damit sie nicht abrutschen“, sagt Marx.

Und auch die Erschließung des Grundstücks mit Anschlüssen für Wasser, Strom und Telekommunikation habe seine Zeit gedauert. „Da hatte es die Firma Papenburg nebenan einfacher“, meint der Geschäftsführer. Der Baukonzern wird auch das Wohn- und Geschäftshaus der HWG errichten - Marx sieht in dieser Konstellation einen Vorteil.

Investitionen als Initialzündung für den Riebeckplatz in Halle

Beide Investitionen seien eine Initialzündung für den Riebeckplatz, der sich nach dem politischen Willen von Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) und dem Stadtrat zum zentralen Eingangstor der Stadt entwickeln soll. Und sie werten den oberen Bereich der Leipziger Straße auf. „Der Standort ist ideal. Wer hier wohnt, lebt zentral, hat zu Fuß die Innenstadt in Reichweite und eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Das sind wichtige Faktoren“, sagt Marx.

370 Wohnungen bewirtschaftet die HWG bereits am Riebeckplatz. 85 überwiegend Zweiraumwohnungen mit 60 bis 70 Quadratmetern Fläche will das städtische Unternehmen in seinem neuen Hochhaus anbieten. Das Angebot richtet sich an Singles oder Senioren, aber auch an Berufsgruppen wie Piloten oder Stewardessen, die vom Airport Leipzig-Halle starten und eine Zweitwohnung brauchen. „Durch die S-Bahn ist Halle so schnell erreichbar wie Leipzig“, sagt Marx.

Wohn- und Geschäftshaus am Riebeckplatz in Halle: Laubengänge in luftiger Höhe

Die neuen Mieter - noch wird das Objekt von der HWG nicht beworben - haben einen Nahversorger direkt vor der Nase. So wird in eine der drei Gewerbeeinheiten wieder ein Edeka-Markt (800 Quadratmeter) einziehen - den gab es auch im Vorgängerbau von 1970, der abgerissen wurde. Die Etagen im Zehngeschosser sind natürlich mit Fahrstuhl erreichbar.

Laubengänge führen dann zu den Wohnungen, das schafft Licht und lockert die Immobilie auf. „Wir gehen davon aus, dass die Wohnungen in den oberen Stockwerken besonders nachgefragt sein dürften. Das ist bei allen unseren Immobilien so, die einen Fahrstuhl haben“, sagt Geschäftsführer Marx. Und selbst der Lärm, den Halles verkehrsreichster Knotenpunkt produziert, müsse kein Nachteil sein. Es gebe Leute, die diese Art von Trubel sogar suchten.

Mit Blick auf weitere Investitionen von Halles größter Wohnungsgesellschaft kündigt Marx an, „dass unsere Architekten und Ingenieure auch in den kommenden Jahren gut ausgelastet sein werden“. Beendet ist bereits die Sanierung von Halles ältestem Hochhaus in der Vogelweide. Ab Juli werden die ersten Mieter einziehen. Die HWG kann aber auch Luxus. In der Großen Märkerstraße 11/12 bietet sie hochwertige Wohnungen mit Stil an. Es ist ein völlig neuer Weg, den die Gesellschaft hier einschlägt. (mz)