Stadtrat stimmt Antrag zu

Halle will das Insektensterben stoppen

Von Jonas Nayda
Ein Insektenhotel
Ein Insektenhotel (Foto: dpa)

Halle (Saale)/MZ - Insekten sollen in Halle besser geschützt werden. Der Stadtrat hat dafür in der vergangenen Woche mehrheitlich einem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt, mit dem die Wirkungen der Maßnahmen gegen das sogenannte Insektensterben überprüft werden sollen, die bereits in der Stadt ergriffen wurden. Außerdem sollen künftig weitere Handlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Die SPD zeigte sich erfreut angesichts der Mehrheit im Rat. Durch den Beschluss sei nun ein „entscheidender Schritt“ zum ganzheitlichen Biotopschutz gemacht, wie Silke Burkert, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, in einer Pressemitteilung schreibt. „Dem Insektensterben wollen wir weiterhin konsequent entgegenwirken und nicht beim Erreichten verweilen“, schreibt SPD-Fraktionsvorsitzender Eric Eigendorf. Der Insektenrückgang in Halle müsse gestoppt oder wenn möglich sogar rückgängig gemacht werden.

Städte sind essenzielle Akteure für den Klima- und Naturschutz

Die Sozialdemokraten fordern die Stadtverwaltung unter anderem auf, zu prüfen, inwiefern bei landwirtschaftlichen Pachtverträgen der Einsatz von Pestiziden vermindert werden kann. Auch für an Felder grenzende Hecken oder Ackerrandstreifen soll ein Schutzabstand bezüglich des Einsatzes von Dünger und Bioziden geprüft werden. Die Stadt soll außerdem prüfen, an welchen Orten innerhalb des Stadtgebietes dauerhaft nektarreiche Wiesen oder Blühstreifen entstehen können und bereits vorhandene Flächen seltener mähen.

Städte seien essenzielle Akteure für den Klima- und Naturschutz, hieß es in dem SPD-Antrag. „Für unsere Ökosysteme und unsere Stadt ist die Artenvielfalt von Insekten unverzichtbar. Eine blühende Stadt sorgt neben einer erhöhten Anzahl von Insekten auch für ein verbessertes Mikroklima und eine erhöhte Lebensqualität der Hallenser.“ Laut Eigendorf sei mit dem Stadtratsbeschluss nun ein wichtiges Zeichen gesetzt worden. Auch die Stadtverwaltung hatte in einer schriftlichen Stellungnahme im Vorfeld der Stadtratssitzung empfohlen, den Antrag der SPD anzunehmen.