Ins Glaucha-Viertel kommt Bewegung

Halle (Saale): Der langersehnte Turnhallen-Neubau im Glaucha-Viertel steht

Halle (Saale) - In Glaucha entsteht von Sportlern herbeigesehnte Turnhalle. Stadt investiert in dem Areal insgesamt 5,5 Millionen Euro. Welche Projekte noch umgesetzt werden.

Von Katja Pausch 18.04.2018, 09:15

Knallrot hebt sich das Tuch mit dem Halle-Logo am Dienstag gegen einen strahlend blauen Frühlingshimmel ab - ein schönes Farbspiel, das mit dem hellen Weiß des Rohbaus und dem riesigen gelben Kran im Hintergrund noch weitere Farbtupfer erhält. Ideales Wetter also für eine handwerkliche Zeremonie, die auch in heutigen Zeiten nichts von ihrer Bedeutung verloren hat: Am Steg wird Richtfest gefeiert. Richtfest für die langersehnte Sporthalle, die den inzwischen abgerissenen Turnhallenkomplex am Standort der einstigen Eissporthalle auf der Peißnitz ersetzt.

Bevor von Bauleiter Thomas Ruppert der obligatorische Richtspruch rezitiert wird und der traditionell mit bunten Bändern geschmückte Kranz in die Höhe gezogen wird, ergreift Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) das Wort. „Der Neubau zeigt einmal mehr, dass die Stadt Halle weiter wächst - und in den nächsten Jahren vor allem innerstädtische Quartiere weiter Einwohner gewinnen“, so Wiegand. 

Neue Sporthalle am Steg: Wie das Areal weiter aufgewertet werden soll

Die neue Halle sei auch das wichtigste Projekt im Rahmen der Neugestaltung des Steg-Areals, zu dem der Bau eines Spielstegs und einer Promenade gehören. Für die Neuordnung stehen laut Wiegand rund 820.000 Euro zur Verfügung, davon sind rund 275.000 Euro städtische Mittel.

Einige Projekte am Steg sind bereits realisiert: die 2017 neu eröffnete Grundschule Glaucha etwa und die neue Musik-Kita. Dafür investiert die Stadt rund 4,7 Millionen Euro aus Flutmitteln des Landes. Mit der neuen Drei-Felder-Halle und der Neugestaltung des Areals investiert die Stadt Halle zusammen also mehr als 5,5 Millionen Euro am Steg.

Wer die neue Sporthalle am Steg nutzen soll

Die neue Sporthalle, deren Einweihung für den Herbst geplant ist, wird künftig vor allem von Schülern des Cantor-Gymnasiums in der Torstraße und des erst vor zweieinhalb Jahren gegründeten Städtischen Gymnasiums am Hallmarkt im Rahmen des Sportunterrichts genutzt.

Da die neue Halle nach internationalen Standards wettkampftauglich und für alle Spiel- und Ballsportarten ausgestattet sein wird, kann sie zusätzlich durch Sportvereine genutzt werden. Auf dem Gelände werden außerdem 25 Pkw-Stellplätze und 30 Fahrradstellplätze gebaut.

Leipziger Architekturbüro hat auch den neuen Eisdom entworfen

Insgesamt entstehen auf der einstigen Brachfläche in Glaucha 2.100 Quadratmeter Nutzfläche, davon entfallen 1.200 Quadratmeter auf die Sporthalle, der Rest sind Nebengebäude. Bei der Projektierung und Planung habe man sehr gut mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt Halle zusammengearbeitet, sagt Architekt Thomas Näther vom Leipziger Architekturbüro smp.

„Einige Schwierigkeiten hat uns ein unterirdischer Sammlerkanal bereitet, doch wir sind damit klargekommen“, sagt Näther, der auf jahrzehntelange Erfahrungen vor allem im Sportstättenbau verweisen kann. So sei die Halle am Steg seine 20. Sporthalle, die er entworfen habe.

Von Näther stammt unter anderem auch der neue Eisdom. „Wenn man bei so schönem Wetter hier steht, freut man sich einfach - schließlich hinterlässt man etwas Bleibendes“, so der Architekt.

Die Promenade für Fußgänger und Radler soll entlang der Glauchaer Straße gebaut werden und vom Glauchaer Platz bis zur Einmündung Lange Straße führen. Mit den Bauarbeiten soll in der zweiten Jahreshälfte begonnen werden. (mz)