Gericht kippt Entscheidung der Stadt

Halle: Radfahrer dürfen Straße am Steintor nun doch nutzen

In der Gudrun-Gösecke-Straße können Radfahrer jetzt die Fahrbahn benutzen. Bislang musten sie sich mit Fußgängern einen schmalen Weg teilen.

Von Dirk Skrzypczak 14.01.2022, 12:45
In der Gudrun-Gösecke-Straße mussten sich Radfahrer und Fußgänger bislang einen schmalen Weg teilen. Nun dürfen die Biker nach einer Gerichtsentscheidung auf die Straße.
In der Gudrun-Gösecke-Straße mussten sich Radfahrer und Fußgänger bislang einen schmalen Weg teilen. Nun dürfen die Biker nach einer Gerichtsentscheidung auf die Straße. Foto: Volker Preibisch/ADFC

Halle (Saale)/MZ - Das Verwaltungsgericht (VG) Halle hat eine Entscheidung der Stadt zur Verkehrsführung in der Gudrun-Gösecke-Straße aufgehoben. „Zukünftig können Radfahrer auch die Fahrbahn nutzen“, teilte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) am Freitag mit. Demnach war die Entscheidung des VG bereits am 30. November befallen. Bislang mussten sich Fußgänger und Radfahrer einen schmalen Weg teilen.

„Wieder hat die Stadt ein Verfahren zur Aufhebung der Radwege-Benutzungspflicht verloren, wieder hatte sie in der Planungsphase Hinweise von Radfahrern ingnoriert und eine nicht regelgerechte Planung umgesetzt“, so Volker Preibisch vom ADFC. Für Autofahrer habe die Stadt großzügige Abbiegespuren vorgesehen, dafür seien Radfahrer und Fußgänger auf gemeinsame zu schmale Wege gezwungen worden. „Den Fußgängern wurde verboten, den Weg auf der südlichen Seite zu begehen.“

Ein positiver Aspekt des Urteils für Fußgänger sei, dass sie sich zukünftig auf beiden Seiten der Gudrun-Gösecke Straße bewegen dürften. „Die Freude wäre aber noch viel größer, hätte die Stadt entlang der Gudrun-Gösecke Straße regelgerecht separierte Radverkehrsanlagen angelegt und nicht nur Restflächen für den Fuß- und Radverkehr eingeplant“, sagte Preibisch.

Der ADFC kritisiert zudem die Stadt für ihre generelle Radpolitik. „Die Stadt vernachlässigt systematisch den Unterhalt ihrer Radweg. Viele sind zu schmal, marode, voller Hindernisse und nicht dazu angetan Radfahrer sicher und komfortabel von A nach B zu bringen.“ Radwege würden zudem nur in hömöopathischen Dosen saniert.