Halle

Halle: Künstler öffnen ihre Ateliers

Halle/Saalekreis/MZ - Ihre Türen immer mal wieder für Blicke hinter die Kulissen zu öffnen, ist für Künstler, Denkmalschützer, Kirchengemeinden, Museums-Chefs und andere inzwischen fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Und so ist auch der zweitägige „Tag des offenen Ateliers“ der bildenden Künstler unserer Region längst schöne Tradition für den Spätsommer. Auch kommenden Samstag und Sonntag ist es wieder so weit: In fast 40 Ateliers, Galerien und an ähnlichen Kreativ-Orten stellen sich Maler, Grafiker, Schmuckgestalter, Glaskünstler, Bildhauer und andere ihrem Publikum. Und natürlich viele Keramiker aus der deutschen Keramik-Hochburg Halle: unter ihnen auch Christin ...

Von Detlef Färber

Ihre Türen immer mal wieder für Blicke hinter die Kulissen zu öffnen, ist für Künstler, Denkmalschützer, Kirchengemeinden, Museums-Chefs und andere inzwischen fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Und so ist auch der zweitägige „Tag des offenen Ateliers“ der bildenden Künstler unserer Region längst schöne Tradition für den Spätsommer. Auch kommenden Samstag und Sonntag ist es wieder so weit: In fast 40 Ateliers, Galerien und an ähnlichen Kreativ-Orten stellen sich Maler, Grafiker, Schmuckgestalter, Glaskünstler, Bildhauer und andere ihrem Publikum. Und natürlich viele Keramiker aus der deutschen Keramik-Hochburg Halle: unter ihnen auch Christin Müller.

Die Burg-Absolventin präsentiert ihre aktuellen Arbeiten mit Künstlerkollegen auf ihrem gemeinsamen Kreativhof in der Trothaer Saalestraße. Doch Christin Müller geht neben dem üblichen Ritual des Galerietags mit Besichtigungen, Erläuterungen, lockeren Gesprächen und auch Kunstkauf-Gelegenheiten einen Schritt weiter: Sie gibt nämlich Einblick in ein Projekt, das sie gerade beschäftigt: eine Auftragsarbeit. Für die Christliche Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe in der Fährstraße - gleich unter der Burg Giebichenstein - schafft sie ein Kunstwerk mit Ortsbezug. Dabei greift sie die Legende über die Flucht des Thüringer Grafen Ludwig aus dem Gefängnis auf dem Giebichenstein auf.

Von dort soll besagter Ludwig runtergesprungen sein, was ihm prompt den Beinamen „der Springer“ eintrug. Nach sicherer Landung (in der Saale!) soll sein Diener mit Ludwigs schneeweißem Lieblingspferd namens „Schwan“ schon unten auf ihn gewartet haben. Eine Ludwig-Plastik hat die Christliche Akademie unter der Burg bereits in ihrem Besitz. Und nun baut die Keramikerin, die auch Bildhauerin und Göbel-Schülerin ist, für ihre kunstsinnigen Auftraggeber besagtes Flucht-Pferd - ergänzend zu deren Ludwig - quasi „nach“.

Wie sie das macht und was sie sich dabei denkt, können Halles Kunstfreunde vor Ort in ihrem Atelier erfahren. Zum Beispiel wie sie die Themen Zeit und Vergänglichkeit in Form von Zerbrechlichkeit in die Sprache der Keramik übersetzt. 2014 soll das Pferd sein neues Domizil beziehen. Und Christin Müller arbeitet schon an neuen Ausstellungsprojekten: zum Beispiel für das im September nächsten Jahres in der Zeitkunstgalerie.