Regensburger Straße

Halle: Anwohner der Regensburger Straße scheitern mit nächtlichem Lkw-Fahrverbot

Halle (Saale) - Auch 1.400 Unterschriften haben nichts genutzt: Auf der Regensburger Straße in Radewell und Osendorf wird kein Nachtfahrverbot für Lkw eingerichtet. Das teilte die Stadtverwaltung jetzt bei der Zukunftswerkstatt Halle Süd mit, bei der die Verwaltungsspitze des Rathauses mit Bewohnern von Ammendorf, Osendorf, Radewell und Planena über die Belange dieser Stadtteile gesprochen ...

Von Michael Falgowski 08.02.2017, 14:20

Auch 1.400 Unterschriften haben nichts genutzt: Auf der Regensburger Straße in Radewell und Osendorf wird kein Nachtfahrverbot für Lkw eingerichtet. Das teilte die Stadtverwaltung jetzt bei der Zukunftswerkstatt Halle Süd mit, bei der die Verwaltungsspitze des Rathauses mit Bewohnern von Ammendorf, Osendorf, Radewell und Planena über die Belange dieser Stadtteile gesprochen hat.

Deshalb erteilt das Landesverwaltungsamt dem Lkw-Verbot eine Absage

Bei der Werkstatt am Montagabend wurde diese Entscheidung an das Landesverwaltungsamt verwiesen. Demnach werde ein Nachtfahrverbot für Lkw bis sieben Tonnen nicht genehmigt, weil dadurch ortsansässige Betriebe benachteiligt würden. Zudem müsste durch ein Fahrverbot der Saalekreis mit einer stärkeren Belastung rechnen.

Kritik an mangelndem Willen zur Zusammenarbeit

Nach dem verkündeten Aus für das geplante und bereits erprobte Nachtfahrverbot für den überregionalen Lkw-Verkehr kritisiert Thomas Keindorf, CDU-Landtagsabgeordneter, aber vielmehr den mangelnden Willen zur Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Saalekreis.

„Ein in den letzten fünf Jahren mühsam erarbeiteter Kompromiss zwischen den Verkehrsbehörden der Stadtverwaltung und der Kreisverwaltung sowie betroffenen Anwohnern und ortsansässigen Unternehmern droht offenbar an mangelnder Kompromissbereitschaft auf politischer Ebene zu scheitern“, so Keindorf.

Anwohner der Regensburger Straße klagen seit Jahren über Lärm

Seit 25 Jahren litten die Bewohner der Regensburger Straße unter dem Verkehr. Nach wie vor halte er den ausgehandelten Kompromiss eines Nachtfahrverbots für den überregionalen Lkw-Verkehr für eine akzeptable Lösung, die kurzfristig Abhilfe schaffen könne. Langfristig könne ohnehin nur der Bau einer Ortsumfahrung für die notwendige Entlastung sorgen.

Auch diese seit Jahren diskutierte Ortsumfahrung war Thema der Zukunftswerkstatt. Oberbürgermeister Bernd Wiegand kündigte an, dass die derzeitigen Untersuchungen samt Vorzugsvariante Ende des Jahres oder Anfang 2018 vorgestellt werden. Wann und ob sie je gebaut wird, ist allerdings unklar.

Eine kleine Verbesserung soll es immerhin geben: In Höhe der Grundschule Radewell soll nächstes Jahr als Teil des Elster-Radweges an der Straße ein Weg gebaut werden. (mz)